Stella maris

 

Von Josef Tillinger

 

Einsam auf tosenden Meereswellen

Steuert ein Schifflein in finsterer Nacht.

Schifflein, du wirst an den Riffen zerschellen,

Kannst widerstehn nicht des Sturmes Macht!

 

Horch! Ein süß einschmeichelnde Weise

Zittert zum nächtlichen Himmel empor

Und im Wüten der Wogen nur leise

Hörst du der flehenden Schiffer Chor:

 

„Meeresstern, strahlend in glänzendem Scheine,

Du der Verirrten sicherster Hort,

Jungfrau Maria, du Süße, du Reine,

Bringe auch uns in den rettenden Port!“

 

Leise verhallen die süßen Akkorde,

Milde erstrahlt in den Wolken ein Schein,

Weiset den Weg der Verirrten an Borde,

Führt in den sicheren Hafen sie ein.