O Heiland, wenn ich Dich nicht hätte!

 

O Heiland, wenn ich Dich nicht hätte,

So wär die Welt mir eine öde Stätte.

Verlassen, ach! von jedem guten Freund,

So wären meine Tränen oft umsonst geweint.

 

O Heiland, wenn ich Dich nicht hätte,

Ich wüsste nicht, was ich dann täte;

Ich fände keine Ruh und keine Rast

Und gar kein traulich Plätzchen, das mir passt.

 

O Heiland, wenn ich Dich nicht hätte.

Gefangen, ach! in harter Sklavenkette

Und seufzend schwer in meinem stillen Leid

Müsst ich vergehen fasst vor Bitterkeit.

 

O Heiland, wenn ich Dich nicht hätte.

Die Stürme peitschten um die Wette

Mich armes, vielgequältes, müdes Herz,

Ersterben würd es bald vor Gram und Schmerz.