Maria

 

Du Vorbild der Jungfräulichkeit,

Von keiner Sünde je entweiht,

Maria, sei gebenedeit!

 

Wie krümmt und windet fürchterlich,

Gedrückt von deinem Fuße, sich

Die Schlange mit zerquetschtem Haupt!

 

Mit Schaudern sehen wir dahin

Und fliehen diese Mörderin,

Die uns das Leben hat geraubt.

 

Doch wenden wir dann unsern Blick

Auf dich, o Freundliche, zurück,

Dann ist die Wange nicht mehr bleich,

Gestürzet ist der Schlange Reich.

Dein Aug mit Mutterlieb erfüllt.

 

Die Lilie in deiner Hand,

Das weiße, schimmernde Gewand,

Das deinen keuschen Leib umfleußt,

Mahnt uns: Bewahrt im schwachen Fleisch

Das Herz mit Sorgfalt rein und keusch,

Wie Reinste, uns dein Beispiel weist!

 

O Jungfrau, hoch von Gott geehrt,

Sieh, wie die Sünde uns beschwert

Im Schattenland der Endlichkeit!

O flieh zu dem, der Heil und Gnad

Schwer kämpfend uns erworben hat,

Dass er uns schenk das Hochzeitskleid!