Maria hilf!

 

Maria hilf! – so ruft die Schar

Der Christen heut und immerdar

In gläubig frommem Flehen.

Maria hilf in jeder Not;

Im Leben Hilf und Hilf im Tod

Lass deine Kinder sehen!

Eile, heile uns, die – lange

Schon im Drange

Heißer Schmerzen –

Flieh`n zu deinem Mutterherzen!

 

Maria hilf! wenn uns die Lust

Der Sünde lockt in eig`ner Brust,

Wenn schwach das Fleisch wir merken.

Hilf! wenn der Feind von außen naht

Und uns versucht mit bösem Rat

Zu Gott verbot`nen Werken!

Neige, zeige dann voll Milde

Dich im Bilde

Unserm Herzen,

Dass wir nie das Heil verscherzen!

 

Maria hilf! wenn schwach und krank

Wir seufzen in der Schmerzen Drang

Vom Abend bis zum Morgen.

Hilf! wenn im Hause weilt die Not

Und wir mit Tränen für das Brot

Des Tages müssen sorgen.

Wende, ende dann die Leiden!

Lass mit Freuden

Es uns sehen,

Dass wir nicht vergebens flehen!

 

Maria hilf! in einer Zeit,

Wo tausend Feinde steh`n bereit,

Die Kirche zu berauben,

Wo man des Priesters Macht verkennt,

Die Schule von der Kirche trennt,

Der Jugend nimmt den Glauben.

Rühre, führe du die Seelen,

Dass sie wählen

Jene Krone,

Die dem Glauben wird zum Lohne!

 

Maria hilf! wenn es geschah,

Dass die uns steh`n in Liebe nah,

Geh`n auf verkehrten Pfaden;

Wenn sie, die Gott einst Treu` gelobt,

Den schlimmsten Schiffbruch schon erprobt,

Verloren Heil und Gnaden.

Gehe, flehe dann am Throne

Bei dem Sohne

Für die Armen,

Bis sein Herz sich muss erbarmen!

 

Maria hilf! ihm, der da führt

Den Hirtenstab, der treu regiert

Jetzt deines Sohnes Herde;

Hilf unser`m heil`gen Vater doch,

Dass für die blinde Welt er noch

Ein „Licht vom Himmel“ werde!

Stütze, schütze du sein Leben,

Wollst ihm geben

Sieg und Segen,

Bis kein Feind ihm mehr entgegen!

 

Maria hilf! wenn still sich neigt

Der Tag und jene Nacht sich zeigt,

In der wir schlafen gehen.

O hilf, wenn unser Auge bricht

Und wir mit Kindeszuversicht

Zu deiner Milde flehen!

Schenke, senke dann den Frieden

Bangen Herzen;

Tröst` uns du in Todesschmerzen!

 

Maria hilf! So rufen wir

An jedem Tage auf zu dir.

Und wissen uns geborgen,

Weil deine Hilfe immer währt

Und deine Huld sich nimmer kehrt

Von uns in treuem Sorgen.

Droben loben Himmelschöre

Dich, und Ehre

Soll auf Erden,

O Maria hilf! dir werden!