Mariä Reinigung

 

Sie, die einzig rein aus allen,

Unberührt vom Sündenhauch,

Sieht man heut zum Tempel wallen,

Folgend des Gesetzes Brauch.

 

Bringt die herrlichste der Spenden

Jetzt dem ew`gen Vater dar:

Auf Mariens reinen Händen

Ruht der Sohn, den sie gebar.

 

Treu der Väter heil`gem Glauben,

Löst sie das geliebte Kind

Wieder ein für zarte Tauben,

So der Armen Opfer sind.

 

Simeon, dem frommen Greise,

Ist das Herz in Lieb entbrannt,

Und auf wunderbare Weise

Hat die Zukunft er erkannt.

 

Und im Tempel laut verkündet

Er das Heil, das ew`ge Licht,

Das die Guten neu entzündet,

Dem die Bosheit widerspricht.

 

Vielen Bösen wird`s zum Falle,

Bleibt verhärtet ihr Gemüt;

Auferstehen werden alle,

Die des Lichtes Kraft durchglüht.

 

Mutter, die das Heil geboren,

Der im Arm das Kindlein ruht,

Flehe, dass wir nicht verloren

Gehen durch der Hölle Wut!

 

Nicht zum Falle, nein, zum Leben,

Das im Tode neu erwacht,

Sei uns jener, den soeben

Du zum Tempel hast gebracht!