Mariä Heimsuchung

 

Maria ging hinaus

Zu Zachariä Haus;

Sie ging in aller Eil

Berg auf und ab viel Meil,

Nach Hebron in die Stadt,

Wo sie ihr Bäslein hat.

 

Sie ging alleine nicht,

Es ging St. Josef mit,

Sie trug auch Gottes Sohn

In ihres Herzens Thron;

Dazu ein` Engelschar

Unsichtbar bei ihr war.

 

Als sie zum Haus ausging,

Sie das Gebet anfing;

Zu Gott all Uhr und Stund

Hub sie ihr Herz und Mund;

Von Gott sie viel betracht`,

Bis sie die Reis` vollbracht.

 

Da nun die Jungfrau tät

Erseh`n Elisabeth,

Sie sich demütig neigt

Und ihr hoch` Ehr erzeigt,

Und grüßt das Bäslein sehr

Mit Reverenz und Ehr.

 

Elisabeth behend

Die Mutter Gottes kennt,

Empfing die Jungfrau zart,

Zugleich gesegnet ward

Ihr Kind, ward gnadenvoll,

Im Haus ward allen wohl.

 

O Haus, o Himmelreich,

Dem wahren Himmel gleich,

Du Haus der Himmel bist,

Darin Gott selber ist

Und alle Heiligkeit,

Was heilig weit und breit!

 

Ach komm`, o Jungfrau rein,

Auch in mein Herz hinein;

Bring` mir das höchste Gut,

Gott Sohn in Fleisch und Blut;

Und segne Seel` und Leib

Und ewig bei uns bleib!

Amen.

 

(Altes Wallfahrerlied aus „Katholische Kirchengesänge“ 1631)