Hilferuf der Armen Seelen

 

Ihr Freunde, vergesst uns nicht!

Ihr, die zum Mahle der Gnaden

Alltäglich noch seid geladen!

Ihr, wandelnd im Himmelslicht!

O Freunde, vergesst uns nicht!

 

Im dunklen Feuergemach,

In den grausigen Flammenblitzen,

In des Kerkers Weh und Ach

Wir seufzend und trauernd sitzen.

Weh uns im Feuergemach!

 

Wie schrecklich die Wunde klafft!

Wie Hunger und Durst uns verzehret!

Ob niemand uns Hilfe schafft?

Ob keiner, keiner uns höret?

Wie schrecklich die Wunde klafft!

 

O, achtet der Ärmsten Ruf,

Ihr, die wir auf Erden geliebet

Und jenen, der uns erschuf

So schmählich für euch betrübet!

O achtet der Ärmsten Ruf!

 

Ja, schenket uns Röslein weiß

Und rote und gold´ne Rosen,

Dass wir um solchen Preis

Die himmlischen Güter erlosen.

Blutfarben, golden und weiß.

 

Und lasset ein Tröpflein Blut

Aus dem Kelche uns niederfließen,

Das löschet die feurige Glut,

Das lässt uns die Rosen ersprießen.

O göttlich Versöhnungsblut!