Friedhofsmahnen

 

Friedhofsstille, Grabesschweigen

Und der Weide trauernd Neigen

Spricht zum Herzen ernst und klar:

„Sieh, hier ist die letzte Stätte,

Hier dein letztes Ruhebette,

Ob du lebst auch hundert Jahr!“

 

Himmelsfreude, Himmelsfrieden,

Menschenkind, ist dir beschieden,

Lebtest du nach Christi Wort!

Höllenmarter, Feuerspeinen

Dich zu quälen sich vereinen,

Häufst du Sünde fort und fort.

 

Mütter weinen, Väter trauern,

Freundesherzen tief erschauern

Durch des Todes kalte Hand.

Schöne Blumen, Trauerweiden

Schmücken einst nach deinem Scheiden

Deines kühlen Grabes Rand.

 

Doch was nützen Blumendüfte?

Eilt der Geist nicht in die Lüfte,

Sinkt ins Feuer er hinab.

Klage nicht, noch Tränen kühlen,

Was die Armen drunten fühlen,

Helfen nicht bis übers Grab.

 

Durch Gebet und milde Gaben

Können wir die Ärmsten laben,

Können lindern ihre Pein.

Hört sie, die nach Hilfe ringen!

In den Himmel sie zu bringen

Soll euch größte Sorge sein.

 

Reichlich werden sie euch lohnen,

Schmücken sie des Himmels Kronen

Dort im sel´gen Heimatland.

Die ihr einst geliebt im Leben,

Werden wieder euch gegeben;

Unauflöslich ist dies Band.