Sie (die Psyche) will das Jesulein als den wahren Morgenstern in dem Himmel ihres Herzens haben

 

Morgenstern der finstern Nacht

Der die Welt voll Freuden macht,

Jesulein,

Komm herein,

Leucht in meines Herzens Schrein.

 

Schau, Dein Himmel ist in mir,

Er begehrt Dich, seine Zier;

Säum Dich nicht,

O mein Licht,

Komm, komm, eh der Tag anbricht.

 

Deines Glanzes Herrlichkeit

Übertrifft die Sonne weit,

Du allein,

Jesulein,

Bist was tausend Sonnen sein.

 

Du erleuchtest alles gar,

Was jetzt ist, und kommt, und war,

Voller Pracht,

Wird die Nacht,

Weil Dein Glanz sie angelacht.

 

Deinem freudenreichen Strahl

Wird gedienet überall.

Schönster Stern,

Weit und fern

Ehrt man Dich wie Gott den Herrn.

 

Ei, nun goldnes Seelen-Licht,

Komm herein und säum Dich nicht,

Komm herein,

Jesulein,

Leucht in meines Herzens Schrein.

 

Angelus Silesius