Die Einsetzung des allerheiligsten Altarsakramentes

 

Der Heiland spricht, als er das Brot gebrochen:

„Dies ist mein Leib!“ Dies Wort bleibt ewig wahr,

Die ewige Wahrheit selber hat´s gesprochen,

Wie lieblich einfach ist´s, wie sonnenklar!

Das starke Bollwerk ist´s, auf das wir pochen,

Das unerschüttert steht auf immerdar.

Fest bleibt dies Wort der ew´gen Wahrheit stehen,

Und wenn auch Erd´ und Himmel untergehn.

 

Der Heiland trug sich selbst in seinen Händen,

Als er das Wort: „Dies ist mein Leib!“ gesagt.

Wir sehn ihn, seinen Leib den Jüngern spenden;

Kein Thomas zweifelt, und kein Petrus fragt,

Sie lassen sich von ihrem Sinn nicht blenden,

Sie glauben, was die ew´ge Wahrheit sagt!

Nun gibt der Herr uns, was er uns versprochen,

Nun hat er uns das Himmelsbrot gebrochen!

 

Dann siehst du ihn den Kelch des Heils erheben,

Kein Wein ist mehr, was er sein Blut jetzt nennt.

Sein Leib und Blut wird für uns dargegeben,

Die Brots- und Weinsgestalten sind getrennt;

Sieh, hier ist geist´ger Tod und wahres Leben,

Ein Opfer ist zugleich dies Sakrament,

Es ist das Opfermahl des Neuen Bundes:

Dies lehren uns die Worte seines Mundes.

 

Der Herr will seinen Leib der Kirche schenken;

Denn bis zum Tode will er bei ihr sein.

Sie soll die Seinen laben, speisen, tränken

Mit seinem Engelsbrot und Himmelswein.

Er spricht: „Tut dies zu meinem Angedenken!“

Er weiht zu Priestern seine Jünger ein:

Dass sie an seiner Statt als Priester handeln:

Brot in sein Fleisch, Wein in sein Blut verwandeln.