Der Maienkönigin

 

Nun huldigt alles dir, der Süßen,

Als wie im liebevollen Streit;

Die kleinen Knospen, die dich grüßen,

Sind schon im Keime dir geweiht.

Es dränget sich zu deinem Throne

Der Blütenschmuck von Feld und Au;

Es glänzt in deiner Himmelskrone

Der frühlingsfrische Morgentau,

Maienkönigin!

 

Die zarten Vogelkehlen singen

Dir schmetternd ihren frühen Gruß;

Die losgebund`nen Quellen springen

Und netzen zärtlich dir den Fuß.

Die Bäume streu`n dir Blüten nieder

Und senden Düfte himmelwärts.

Ich bring dir nichts als arme Lieder

Und nur ein kindlich armes Herz,

Maienkönigin!

 

Du bist für mich das Lenzentzücken

Wie Frühlingssonne bist du mild;

In alle Herzen möcht` ich drücken

Dein wundervolles Mutterbild.

Ich trage dieses Bild im Herzen,

Mit Wonne überflutet`s mich;

Bei dir vergess ich meine Schmerzen,

Ich lieb` dich,

Maienkönigin!