Der leuchtende Christ

 

Der Christenglaube birgt sich nicht.

Er ist ein aufgestelltes Licht;

Er scheint und leuchtet um sich her,

Ein Leuchtturm auf dem dunklen Meer.

 

Man sieht bei einem Christenmann

Von außen schon das Innre an,

Was für ein Geist sein Herz belebt,

Das Element, worin er schwebt.

 

Es strahlt aus seiner Augen Blick

Die Freundlichkeit des Herrn zurück;

In seinem Angesichte flammt

Die Weisheit, die von oben stammt.

 

Ein herzlich unverstellt Gemüt,

Erbarmen, Liebe, Treu` und Güt`,

Des Gottesmannes sanfter Sinn

Ist all sein Wesen immerhin.

 

Durchdrungen von dem Lebens-Geist,

Der sich in Wort und Tat erweist,

Zeigt er beständig, was er ist:

Nach Christi Bild ein wahrer Christ.

 

Wie eine schöne Stadt erhöht

Auf einer Bergeskuppe steht,

Die ihre Pracht und Herrlichkeit

Von ferne zeiget, weit und breit:

 

So lässt er seinen Glauben sehn,

So sieht man ihn erhaben stehn;

Er ist ein allerleuchtend Licht,

Nur er – er selber sieht sich nicht.

 

Markus Adam Nickel