Der heilige Joseph und die Armen Seelen

 

O wunderbares Gnadenwalten,

Das jenen Seelen uns vereint,

Die drüben leiden und noch büßen,

Bis der Erlösung Tag erscheint!

Bis sie befreit sich jubelnd schwingen

Empor zum reinen Himmelslicht,

Dort ewig ihren Gott zu schauen

Von Angesicht zu Angesicht.

 

Doch unser Opfern, unser Flehen

Kann kürzen ihre Prüfungszeit:

Drum habt Erbarmen, betet, Brüder

Zeigt gern zum Opfern euch bereit!

O lasst die Liebe nicht erkalten,

Die Liebe, stärker als der Tod,

Dass bald dem heißen Sehnen tage

Des ew´gen Friedens Morgenrot!

 

O Joseph, den so lang auf Erden

Erfreute Gottes Gegenwart,

Der in der Vorhöll´ mit den Vätern

Dereinst des Tags des Heils geharrt:

Blick auf die lieben, Armen Seelen,

Auf ihre Not, auf ihren Schmerz;

Bei ihrem Fleh´n, bei ihrem Seufzen

Lass walten nur dein Vaterherz!

 

Flöß ihnen Lind´rung ein und Tröstung,

Lass deiner Liebe freien Lauf,

Nimm sie, weil Gott die Macht gegeben,

Ins Paradies der Wonne auf.

Wenn einst auch wir im Feuer schmachten,

Verkürze der Verbannung Pein,

Fleh zu dem Herrn, dass er uns räume

Sein Herz zur ew´gen Wohnung ein.

 

Dort wo die Freude nie versieget,

Wo keine Angst und keine Not;

Wo Seligkeit und ew´ges Leben,

Und keine Schmerzen und kein Tod!

Dort werden wir dich benedeien,

Und mit den Heil´gen inniglich,

Mit dir und mit Maria preisen

Den Gott der Güte ewiglich.