Das Kämmerlein

 

Ein einzig Kämmerlein, so geht die Sage,

Hat sich das Gute rettend noch erhalten,

Als einst des Bösen losgelass`nes Walten

Verschüttete des Paradieses Lage;

 

Ein Kämmerlein, wohin mit stiller Klage,

Wann draußen Torheit, Sünd und Lüge schalten,

Der Gute flüchtet, dass ihn kein Erkalten,

Kein Sturm erfasse, keine Blindheit schlage.

 

Und willst du wissen, wo es ist zu finden,

Dies Kämmerlein aus Paradieses Trümmern,

Dahin des Himmels ew`ge Strahlen schimmern?

 

Es ist dir nah! tritt ein! die Nebel schwinden,

Es lädt dich ein mit allen deinen Schmerzen,

Es heißet: Innigsein mit Gott im Herzen.

 

Heinrich Bone