Das heilige Scapulier

 

Von Maria ausgegeben,

Heil`ges Scapulier,

Ja, dich halten wir im Leben

Hoch als Sieg`spanier!

Weil sie selbst mit eig`nem Munde

Es verhieß der Welt:

„Keine Seele geht zugrunde,

Die mein Kleid behält.“

 

Kleid aus uns`rer Mutter Händen,

Ihrer Kinder Zier;

Niemals soll die Liebe enden

Zwischen uns und ihr!

Darum tragen wir als Zeichen

Dich bei Tag und Nacht

Von dem Bund, dem gnadenreichen,

Der mit ihr gemacht.

 

Doch, wie könntest würdig liegen

Du auf einer Brust,

Die da trinkt in vollen Zügen

Eitle Erdenlust?

Nein, du bist das Scheidungszeichen,

Das uns ewig trennt

Von der Welt und ihresgleichen,

Wo man Gott nicht kennt.

 

Darum müssen Herz und Leben

Stimmen zu dem Kleid,

Das Mariens Hand gegeben

Ihren Kindern heut`;

Denn nur denen ist verheißen,

Die da folgen ihr,

Dass der Hölle sie entreißen

Wird das Scapulier.

 

O Maria, unser Leben,

Uns`re Liebe du!

Hast du uns dein Kleid gegeben,

Schenkst uns auch dazu

Noch ein Herz, das gleich dem deinen

Dieser Erde fern,

Das im Großen wie im Kleinen

Treu` von dir nur lern`.

 

Kleide es mit deiner Milde,

Deiner Liebe Glanz,

Schmücke es nach deinem Bilde

Mit der Unschuld Kranz!

Deine Armut, dein Entsagen

Hülle ganz es ein;

Deine Demut mög` es tragen

Stets als Edelstein!

 

Lass uns ganz mit dir bekleidet

Geh`n zu dessen Thron,

Der da unter Lilien weidet,

Er, dein Gott und Sohn!

Ob die Menge uns`rer Sünden

Auch um Rache schreit, -

Herr, wir werden Gnaden finden

In der Mutter Kleid!