Confiteor

 

Lösch das Böse mit dem Guten,

Nimm das Milde mit dem Schroffen –

Hier auf dunklem Todessterne,

Keinem ward erfüllt sein Hoffen.

 

Meine Sünden – Wort, Gedanken,

Die als Schuld im Herzen brennen,

Die als Trieb im Blute glühen –

Alles will ich nun bekennen.

 

Fern irrte ich auf bösem Pfade,

Wo des Teufels Heerbann harret,

Jede Spur von Gott verschwindet,

Jede Seel in Nacht erstarret.

 

Nachtgevögel mich umschwirrte,

Nachtgewürm den Fuß umlauert;

Durch der Hölle Wälder kam ich,

Wo mich Finsternis umschauert.

 

Höllenwald, der niemals endet –

Ach! ich schrie vor Qual und Wehen,

Bis mein Herz zum Licht sich wandte

Und ich niete, um zu flehen.

 

Bis ein Tag den Tod erhellte,

Bis ein Himmel mir erstrahlte

Und gar fern ob nächt´gem Walde

Mir die Morgenröte malte.

 

Morgenröte in der Ferne!

Hoffnungselig Tagesgrauen!

- Ferner, milder Stern des Morgens,

Lass des Lebens Lenz mich schauen!

 

Die das Heil gebar, gib Heilung!

Ach! in deine reinen Hände

Mein verblutend Herz ich lege,

Dass mein Sündenelend ende.

 

Bundesarche, Bundesbogen,

Himmelspforte, Davidsveste!

Führe mich, du Frau des Lebens,

Unter Jesu Hochzeitsgäste!

 

Gib mir Kraft mit milden Händen,

Königin voll Gnad und Hulden!

Lös mein Herz aus Todesdunkel!

Ich bekenne meine Schulden . . .

 

Von Johannes Jörgensen,

etwa ein Jahr vor seiner Konversion verfasst

(Übersetzt von F. Esser SJ)