An Maria, die Zuflucht der Sünder

 

Öffne deinen Mutterarm,

O Maria, vielgetreue,

Unsern Schmerzen, unserm Harm!

Höre Jungfrau uns`re Reue;

Flehe Mutter zu dem Sohne,

Dass er gnädig uns verschone!

 

Die den Heiland nie verließ,

Stets im Herzen ihn getragen;

Mutter, die ein Schwert durchstieß,

Als sie ihn ans Kreuz geschlagen;

Mutter auf dem Himmelsthrone,

Bitt für uns zu deinem Sohne!

 

Du, der Sünder Hoffnungslicht,

Du, die Krone aller Frommen;

Mutter, ach verstoß uns nicht,

Die wir klagend zu dir kommen!

Lass uns weinen dir am Herzen,

Dir vertrauen uns`re Schmerzen!

 

Ach, wir haben freventlich

Lieb ihm oft versagt und Ehre;

Bitte ihn, wir bitten dich,

Dass sein Zorn uns nicht verzehre,

Wenn er kommt die Saat zu schneiden

Und die Frucht und Spreu zu scheiden!

 

Zieh die Sünder an dein Herz,

Lass in Liebe sie erwarmen!

Wahrer Reue bittrer Schmerz,

Deiner Liebe süß Erbarmen

Wird selbst Tote wieder wecken

Und mit Blüten neu bedecken.

 

Lockt der Sünde täuschend Lust,

Wolle du der Gnade Blüten,

Ruhend an der Mutter Brust,

O Maria, treu behüten:

Dass sie ewig blüh`n, die Frohen,

Die in deinen Schutz geflohen!