Zwischen Dämmerschein und Nacht

 

Zwischen Dämmerschein und Nacht

Schreiten Geisterschritte sacht.

Gleiten hin an dunklen Wänden,

Flehen mit gefalteten Händen,

Schatten derer, die geschieden –

Herr, lass ruhen sie in Frieden! . . .

Zwischen Dämmerschein und Nacht

Hält mein Herz die Totenwacht!

 

Zwischen Dämmerschein und Nacht

Eingeschlaf´nes Leid erwacht.

Und es schwillt ein stummes Sehnen,

Und es brennen heiße Tränen.

Herr, in deine Hand befehlen

Will ich alle lieben Seelen - -

Zwischen Dämmerschein und Nacht

Hab mein Herz zur Ruh gebracht.

 

Henriette Brey