Warum?

 

Es hascht die Welt nach Ehre,

Nach Reichtum, Glanz und Ruhm;

Mir gibt nur eins zu denken:

Das düstere „Warum?“

 

Warum bin ich verlassen

In manchem Weh und Leid?

Warum darf ich nicht kosten

Des Lebens Lust und Freud`!

 

Warum muss ich oft weinen,

Bin trostlos und allein?

Fühl` keinen Trost mir scheinen

Ins wunde Herz hinein?

 

Warum genießen andre,

Was nur ihr Herz begehrt?

Bin ich denn ganz alleine

Gar keines Glückes wert?

 

Warum entschwinden Jahre

Gleich einem Seifenschaum?

Bald kommt die Totenbahre

Und – alles ist ein Traum.

 

Warum musst` ich verlieren

Im Tod die Lieben mein?

Warum lacht meiner Seele

Kein milder Sonnenschein?

 

Ich denk in stillen Nächten,

Ich denk am langen Tag,

Ob alles, was geschehen,

Durch Zufall kommen mag?

 

Dann schau ich voll Bewegen

Empor zum Kreuzesbild

Und warte – bis dort drüben

Sich das „Warum“ enthüllt.