Rat des Vaters an seinen Sohn

 

Du wanderst in die Welt hinaus

Auf dir noch fremden Wegen;

Doch folgt dir aus dem stillen Haus

Der treusten Liebe Segen.

 

Ein Ende nahm das leichte Spiel,

Es naht der Ernst des Lebens;

Behalt im Auge fest das Ziel,

Geh keinen Schritt vergebens!

 

Nimm auf die Schultern Last und Müh

Mit frohem Gottvertrauen,

Und lerne, wirkend spät und früh,

Den eignen Herd dir bauen!

 

Wer sich die Ehre wählt zum Hort,

Den kann kein Schalk verführen;

Gerader Weg, gerades Wort

Soll dich zum Ziele führen.

 

Halte hoch den Kopf, was dir auch droht,

Und werde nie zum Knechte;

Brich mit den Armen gern dein Brot

Und wahre deine Rechte!

 

Treib nie mit heilgen Dingen Spott

Und ehr auch fremden Glauben,

Und lass dir deinen Herrn und Gott

Von keinem Zweifel rauben!

 

Und nun ein letzter Druck der Hand

Und eine letzte Bitte:

Bewahr dir treu im fremden Land

Des Vaterhauses Sitte!

 

Julius Sturm