Meiner Königin

 

Einen Kranz will ich dir winden,

Meiner Seele Königin,

Und ein Lied will ich erfinden,

Dass ich ganz dein eigen bin.

 

Wenn ich sinnend an dich denke,

Schau ich meiner Mutter Bild,

Und den Blick ich freudig senke,

Königin, o lieb und mild.

 

Denn du bist wie Maienregen,

Schimmernd auf der Himmelsau,

Denn du bist uns Gottes Segen,

Denn du bist des Himmels Tau.

 

Frag ich dich, du Wundersüße:

Was ist dir der schönste Kranz,

Dem der reichste Duft entsprieße,

Der erstrahlt im hellsten Glanz?

 

Frag ich dich, du Wundervolle:

Was ist dir der liebste Sang,

Dem das reinste Lied entquolle,

Dem du lauschest gern und lang?

 

„Liebste Lieder, liebste Blüten

Sind mir die vom Rosenkranz,

O, den Garten mögt ihr hüten,

Gärtnerin bin ich dort ganz!“

 

Hugo Maria Knecht