Main Vaterhaus

 

In einem stillen Dörflein, da steht mein Vaterhaus,

Da ging in früher Jugend ich fröhlich ein und aus.

Kastanien und Linden beschatten es gar treu,

Zwei hohe Trauerweiden stehn seitwärts auch dabei.

Ein wohlgepflegtes Gärtchen, als schönstes es mir galt,

Das war an Sommertagen mein liebster Aufenthalt.

Da konnt an tausend Blumen ich satt mich nimmer sehn,

Lieb Mütterlein mich lehrte sie kennen und verstehn.

Sie lehrte auch mich pflegen ein eignes Beetchen mein,

Ich säte Maienblümchen und Rosen, Nelken fein.

Sie sprach in sanfter Weise dann öfter auch zu mir:

„Dein Herz gleicht diesem Gärtchen, bewahr es sorglich dir!

Auch das geringste Böse, reiß aus, reiß aus geschwind,

Nur Himmelsblümchen dulde in deinem Herzen, Kind!“

Viel schönre Gärten sah ich und Schlösser stolz und groß,

Erinnerung am liebsten weilt in der Heimat Schoß.

Da, wo ich Vater, Mutter im Geiste täglich seh

Voll treuer Liebe sorgen für Kindes Wohl und Weh.

Mir ist kein Ort auf Erden so lieb wies Vaterhaus,

Wie gern an freien Tagen geh ich dort ein und aus!