Lobgesang auf die jungfräuliche Gottesmutter des hl. Kasimir (+4.3.1484)

 

Alle Tage / sing und sage / Lob Marien, du mein Mund!

Gib, o Leier! / ihre Feier, / fromm gib ihre Hoheit kund.

 

Liebend spende, / ohne Ende, / Lobgesang der Königin!

Ewig preise / frommer Weise / ihren milden Muttersinn.

 

Alle bringet / Preis ihr, singet / ihr, der Mutter Gottes, Lob;

stets verkündet / Lieb entzündet / sie, die Gott so hoch erhob.

 

Würdig alles / Hymnenschalles / bist, beglückte Jungfrau, du!

Durch dich fanden / die Verbannten / Freiheit und des Himmels Ruh!

 

Zierlich glänzen, / Blumenkränzen / gleich, zum Trost der Kirche hier

deine Sitten, / Reden, Bitten, / deines Wandels fromme Zier.

 

Evens Fallen / schloss uns Allen / Eden zu, das sie verlor;

sie, die Treue, / schließt auf's neue / glaubend auf des Himmels Tor.

 

Evens wegen / ward der Segen / von den Menschen abgewandt;

durch Marien / kann er ziehen / auf dem Weg zum Vaterland.

 

Dessen sollen / Lob dir zollen / die Erlösten aller Zeit,

dich verehren / und vermehren / ewig deine Herrlichkeit.

 

Zwar aus meinen / nimmer reinen / Lippen strömt kein süßer Sang,

doch ich zage / nicht, und wage / laut der Harfe Feierklang.

 

Du, o Zierde! / Glanz und Würde, / Krone in der Frauenkranz,

Auserwählte, / Gottvermählte! / Über alle strahlt dein Glanz.

 

Tugendsiegel, / Sittenspiegel, / Gnadenfülle doch geweiht,

Gottes Tempel / und Exempel / jeglicher Gerechtigkeit!

 

Nie gelingen / wird's zu singen / würdig dich der Rede Flor;

keine Leier / trägt die Feier / deiner Hoheit würdig vor.

 

Vor dir bleichet, / vor dir weichet, / hochgeliebter Meeresstern!

In den blauen / Himmelsauen / der Gestirne Schimmer fern!

 

Großmut leitet, / Schöne kleidet, / Königstochter Davids ! Dich

Er, der Götter / Gott, der Retter, / dich erkor er ewiglich.

 

Er gewährte, / Hochverklärte, / neuen Flor durch dich der Welt,

denn entsiegelt / und entriegelt / ward durch dich das Himmelszelt.

 

Sieh! Gerochen / und zerbrochen / ist der Stolz der Mächtigen;

hoch erhoben / sind dort oben, / wie du sangst, die Dürftigen.

 

Heil dir, Reine ! / Da durch deine / Hand der Himmel offen ist!

Kühn bekriegtest / und besiegtest / du der alten Schlange List.

 

Durch dich, Hohe! / glänzt die frohe / Welt von neuem Licht erfreut;

deinem Blicke / weicht die Tücke / jener alten Dunkelheit.

 

Überwunden / und gebunden, / Heil`ge! Ward durch dich der Tod;

du bringst Allen, / die gefallen, / der Erlösung Morgenrot.

 

Keusch trug deine / engelreine / Hülle Gott, der Welten Glück;

unsre Ehre / führtest, Hehre! / Du, und unser Heil zurück.

 

Unversehrte! / Dir bescherte / Himmelsadel Gott schon hier;

deine Bürde / nahm die Würde / hoher Keuschheit nie von dir.

 

Du gebarest, / doch du warest / selbst als Mutter engelrein;

traulich stilltest / du, und hülltest, / die dich schuf, die Allmacht, ein.

 

Hoch entzücket / und erquicket / deiner Blüte Wohlgeruch,

die geweihte / Frucht befreite / unsre Welt von Gottes Fluch.

 

Makellose / Himmelsrose, / Keuschheitslilie, Edelstein!

Über Sonnen / in die Wonnen / führtest du der Keuschen Reih`n.

 

O gewähre / stets, du Hehre! mir der Tat und Rede Kraft;

dass an keinem / Tag in deinem / Lobgesang mein Geist erschlafft.

 

O empfehle / meine Seele, / dass sie nimmer wankt noch fällt –

deinem Sohne; / er verschone / sie im Schiffbruch dieser Welt.

 

Ach! erflehe, / dass ich sehe / einst dich in des Himmels Ruh;

dass zur Flamme / nicht verdamme / mich der Richter, wirke du!

 

Keusch zu wandeln, / fromm zu handeln, / spende Kraft mir, dass ich klug,

sanft und mäßig / unablässig / sei und redlich ohne Trug;

 

auf der Reise / lehre weise / hier mich wallen deine Huld,

einfach wandeln, / männlich handeln, / rein in Demut und Geduld;

 

Milde hegen, / Wahrheit pflegen / wie im Herzen so im Mund,

Böses wehren, / Gott verehren, / mit dem Himmel stets im Bund;

 

zu den Höhen / heimwärts sehen / in der Andacht Feierglut,

edel ringen / und bezwingen, / ob dem Himmel, Fleisch und Blut;

 

so verleihe, / dass ich weihe / ganz mein Leben deinem Sohn,

dass ich erbe, / wenn ich sterbe, / ihn, des Himmels höchsten Lohn.

 

Deine süße / Bitte gieße / Kraft und Wärme ein;

die dir dienen, / lass von ihnen / Schuld und Trübsal ferne sein.

 

Sei uns Stütze / und beschütze, / Heilige! Die Christenheit;

gib hienieden / mild uns Frieden, / dass uns Satan nie bedräut.

 

Zweig von Jesse! / Deckt einst Blässe / ob dem Tod uns das Gesicht;

dann beschütze / uns, o Stütze! / Zier der Welt, der Tiefe Licht!

 

Dann erscheine, / ewig Reine! / führe, Mutter! Hoch erfreut,

uns nach oben, / dass wir loben / Gott und dich in Ewigkeit!