Mariä Himmelfahrt

 

Der ganze Himmel jubelt,

Engel singen vor Freud,

Die Königin des Himmels

Hält dort den Einzug heut.

 

Ihr Herz war hier auf Erden

Des ew`gen Gottes Zelt,

Der gold`ne Tabernakel

Des Herrschers aller Welt.

 

Sie ist die Braut des Höchsten,

Die Gottesblume traut,

Aus deren Kelch Erlösung,

Errettung uns getaut.

 

Kein leiser Hauch der Sünde

Hat jemals sie berührt,

Von Jericho die Rose,

Die nie an Pracht verliert.

 

So zwischen Dornen, Disteln,

Sie hold erblühet war,

Des heil`gen Geistes Tempel,

Sein Heiligtum, Altar;

 

Nicht sollte je verwesen

Ihr Leib, so klar und rein,

Er geht nach kurzem Schlummer

Zu Himmelsfreuden ein.

 

Der Engel reine Hände

Ihn heben aus der Gruft,

Und zarte Lilien sprießen

Dort auf mit süßem Duft.

 

Durch eine lichte Wolke

Dem Erdenblick geraubt,

Setzt Gott ihr selbst die Krone

Auf`s königliche Haupt.

 

Sei uns gegrüßt, du Hehre,

Du uns`re Königin,

So jubeln Engelchöre,

Die Seel`gen sie umknien.

 

Sei tausendmal gegrüßet

Maria, rufen wir,

Die du uns hast geöffnet

Des Paradieses Tür.

 

Als Helferin der Christen

Stehst du vor deinem Sohn

Und führst uns voll Erbarmen

Zu seinen Gnadenthron.

 

Es jubelt ohne Ende

Dir Erd und Himmel zu:

O Königin, Maria,

Gegrüßet seiest du!