Krippe und Kreuz

 

Es kam herab der Gottessohn

Vom Himmel, von des Vaters Thron;

 

Er ward ein Kind so wunderzart,

Sein Thron: die Krippe eng und hart.

 

Er wollt uns Menschen ähnlich sein,

Wollt tragen unsres Lebens Pein;

 

Sein Herrscherstab die Armut war,

Gehorsam war Sein Hochaltar.

 

Er weihte dort als Opferlamm

Dem Vater Sich am Kreuzesstamm,

 

Die Schuld zu sühnen, die verwies

Die Menschen aus dem Paradies.

 

Vom Kripplein bis zum Kreuzestod

Gehorsam war Sein täglich Brot.

 

Drum knie dich hin zur Krippe klein

Und bitt das Gotteskindelein:

 

„Du stiegst herab aus Himmelslust,

Zu ruhn an armer Eltern Brust;

 

Du gingest arm durchs Leben hin,

Die Armen lieb an Dich zu ziehn:

 

Auch mich zieh an Dein Gottesherz,

Lenk mein Verlangen himmelwärts;

 

Führ mich aus eitler Erdenpracht

Zu Dir durch Deines Beispiels Macht.

 

Zu siegen über Ruhm und Stolz,

Starbst willig Du am Kreuzesholz:

 

Auch mich lass demutsvoll stets sein,

Mein Wollen Deinem Willen weihn;

 

Lass treuevoll in Freud und Leid

Dein Schüler sein mich allezeit:

 

Mein Leben sei, wie Deines war

Vom Kripplein bis zum Kreuzaltar.“