In Sturm und Flut

 

Es heult der Wind, es brausen Stürme

Ums arme Schifflein rings umher.

Wer wandelt dort auf wilden Wellen

So ruhig hin? Es ist der Herr!

 

Es ist der Herr, der Seinem Jünger

Entgegengeht und der ihn hält,

Da mitten in dem Wogenbranden

Mut und Vertraun ihm plötzlich fehlt.

 

O wie voll Güte Er ihn stützet,

Den Schwankenden, ihn sanft ermahnt,

Ihn sicher führt durch die Gewässer

Bis hin zum festen Meeresstrand.

 

Es ist der Herr! Sein Blick so milde,

Schaut liebend auch auf dich herab;

O Menschenkind, drum lieb Ihn wieder,

Ja, lieb Ihn treu bis in das Grab!

 

Und tosen um dein Lebensschifflein

Vielleicht auch Stürme wild umher:

Nur Mut! Nur kindliches Vertrauen!

Sprich zu dir selbst: „Es ist der Herr!

 

Es ist der Herr, auf den ich schaue

In Glück und Unglück allezeit.

Es ist der Herr! In seiner Nähe

Fühl ich mich froh – in Sicherheit!“

 

Und hat vielleicht der Herr das Liebste

Genommen dir: O, fasse Mut!

Er tat es selbst mit schwerem Herzen,

Doch tat Ers, weil Ers meint so gut!

Es ist der Herr!