Glöckleins Stimme in der Weihnacht

 

Heilge Stille herrscht hienieden

Auf der weiten Gotteswelt,

Tausend Sterne künden Frieden

Am verklärten Himmelszelt.

 

Nur ein Glöcklein in der Ferne

Schallet laut mit frohem Ton,

Freundlich ruft es: Christ, o lerne,

Wie dich liebet Gottes Sohn.

 

Vom erhabnen Himmelstrone

Kam er in dies Tränental,

Dir die ewge Freudenkrone

Zu verleihn am Kreuzespfahl.

 

Heut ward er im Stall geboren

Von der Jungfrau himmlisch rein,

Die der Höchste auserkoren

Zur erhabnen Mutter sein.

 

Sieh, er ruht in kalter Krippe,

Büßend deine Sündenschuld,

Er erfleht mit zarter Lippe

Dir des ewgen Vaters Huld.

 

Horch, der Engel heilge Chöre

Singen ihm ein frohes Lied:

Dem Allerheilgen ewig Ehre

Und dem Erdenpilger Fried.

 

Und dem Erdenpilger Frieden,

Den ein edler Will beseelt,

Ihm sei Glück und Heil beschieden,

Das dem sündgen Herzen fehlt!

 

Was die Himmelsgeister künden,

Will das Kindlein dir verleihn.

O so flieh die Bahn der Sünden,

Die dich führt zur ewgen Pein!

 

Weine vor dem Gotteslamme

Über deine Schuld in Schmerz,

Und der Liebe heilge Flamme

Lodre auf in deinem Herz!

 

Opfre ihm, der ewgen Liebe,

In der hehren Himmelsnacht

Freudig deine Herzens Triebe,

Dass dir ewger Friede lacht!

 

Flehe stets zu Jesu Güte,

Wenn Gefahr der Unschuld droht,

Dass dein Herz in Tugendblüte

Herrlich strahle bis zum Tod!

 

Deine Treue wird er lohnen

Mit des Himmels Seligkeit,

Dorten wirst du ewig thronen

Ohne Trauer, ohne Leid.