Gelobt sei Jesus Christus

 

Einst reiste der Dichter Klopstock quer

Durchs Land der katholischen Schwaben.

Es kamen viel Männer und Frauen daher

Mit blühenden Mädchen und Knaben.

 

Gegrüßt von allen ward der Tourist

Auf ein und dieselbe Weise:

Sie sprachen: „Gelobt sei Jesus Christ!“

Und wünschten ihm glückliche Reise.

 

Er nickte mit freundlichem Angesicht

Und wandelte schweigend die Pfade;

Er wusste zum Gruße die Antwort nicht,

Der Sänger der Messiade.

 

Er war Protestant und hatte vorher

Den Gruß noch niemals vernommen.

Vergeblich sann er jetzt hin und her,

Auf richtige Antwort zu kommen.

 

Zu fragen nahm er sich wohl in Acht;

Man hätte gestaunt ob der Frage.

Da hatte er endlich ein Mittel erdacht,

Dass ein Andrer das rechte ihm sage.

 

Die Ersten, die nach kurzer Frist

An ihm vorüberkamen,

Die grüßt er: „Gelobt sei Jesus Christ!“

Sie sprachen: „In Ewigkeit! Amen.“

 

„Ei! Ei! So mussten“, lächelte er,

„Die Leutchen zurecht mich weisen!

Wie konnt ich zweifeln, dass unser Herr

In Ewigkeit sei zu preisen!“

 

Er fand den Gruß so treffend und schön

Für Christen von jedem Stande,

Er wünscht ihn gesprochen durch Tal und Höhn

Im ganzen, weiten Lande.