Sankt Franziskus predigt den Vögeln

 

Was ist das für ein Schwirren,

Ein Zwitschern, Locken, Girren

Im sonst so stillen Wald.

Es tönt von Ast und Zweigen

Ein wonniglicher Reigen,

Der ringsum widerhallt.

 

Rotkehlchen, Lerchen, Meisen

Ein Plätzchen bald umkreisen,

Der heilgen Ruhe Bild.

Still lassen sie sich nieder,

Es schweigen ihre Lieder;

Es spricht Franziskus mild:

 

„Ihr Vöglein, klein und große,

Im stillen Waldesschoße

Lauscht alle meinem Wort:

Lob Gott! Lob Gott! Zu singen,

Euch himmelwärts zu schwingen,

Übt treulich fort und fort!

 

Ihr Schwestern mein und Brüder

Fliegt fröhlich auf und nieder

In eures Schöpfers Welt!

Wenn danklos schnöd sie schweiget,

Ihr Ehre Ihm erzeiget,

Von Seiner Huld erzählt!

 

Ich hebe meine Hände

Zu frommer Segensspende,

Für euch, ihr Vögelein.

Gott schütz euch in Gefahren,

Ihr trauten Sängerscharen

In Busch und Wald und Hain!“

 

Hell Amen! Amen! singet

Der muntre Chor und schwinget

Sich hoch vom Wiesenplan.

Herab vom Bergesgipfel

Schallts durch die grünen Wipfel:

„Hab Dank! Hab Dank! du Gottesmann!“