Einkehr

 

Bei einem Wirte wundermild

Bin häufig ich zu Gaste.

Den Pelikan hat er zum Schild

An einem Kreuzes-Aste.

 

Es kamen in sein gastlich Haus

Nur allzuwenig Gäste.

Gern lüde ich stadtein stadtaus

Die ganze Welt zum Feste.

 

Der Gastwirt stieg vom Kreuzesstamm,

Persönlich mich zu letzen,

Mir Fleisch vom süßen Gotteslamm

Als Stärkung vorzusetzen.

 

Ich fand die Rast zu süßer Ruh

In seiner offnen Seite.

Der Wirt, er deckte selbst mich zu

Mit seiner Liebe Spreite.

 

Nun fragt ich nach der Schuldigkeit.

Da sprach er: „Lieb um Liebe!“

Mein letzter Hauch sei ihm geweiht!

Ihm alle Herzenstriebe!