Die neuen Türme (Reinhold Schneider)

 

Nun sinkt der Väter Werk in Glut und Grauen,

Was der Geschlechter langer Fleiß vollbracht,

Das stürzt in Trümmer schrecklich über nacht,

Und nur in Träumen wird´s der Enkel schauen.

 

Doch können nur die retten, die vertrauen.

Es lebt der Mauern tief geheime Macht

Von heiligem Dienst, der glühend darin wacht,

Und nur die Beter werden Türme bauen.

 

Entweihtes schwindet unerbittlich hin.

Doch wenn der Welt verwirkte Tempel fallen.

So müssen Herzen sich zu Tempeln weihn.

 

Verborgen baut ein glaubensreiner Sinn

Entfernter Zeiten kühn gewölbte Hallen,

Und Priester heiligt Christi Wiederschein.