Die Marienblume

 

Es blüht der Blumen eine

Auf ewig grüner Au,

Wie diese blühet keine

So weit der Himmel blau.

 

Wenn ein Betrübter weinet,

Getröstet ist sein Schmerz:

Wenn ihm die Blume scheinet

Ins leidenvolle Herz.

 

Und wer vom Feind verwundet

Zum Tode niedersinkt,

Von ihrem Duft gesundet,

Wenn er ihn gläubig trinkt.

 

Die Blume, die ich meine,

Sie ist euch wohl bekannt,

Die Fleckenlose, Reine

Maria wird genannt.

 

Maria ist´s die Süße,

Die Lilie auserwählt,

Die ich von Herzen grüße,

Die sich der Geist vermählt.

 

Maria ist´s die Reine,

Die also lieblich blüht,

Dass in so lichtem Scheine

Der Rosen keine glüht.

 

Erfreue, süße Blüte

Der Erde finst´re Gruft,

Erblühe im Gemüte

Mit deinem Himmelsduft.

 

Und Heiligkeit und Frieden

Verleihe uns´rer Brust,

Und nach dem Tod hienieden

Des Himmels ew´ge Lust.