Die heilige Mutter Anna

 

„Die Lippen des Gerechten unterrichten viele.“ (Spr. 20,7)

 

Wie wohl mir wird, seh´ ich dein Bild,

Du heiligste der Frauen, -

Am Antlitz dein so fromm und mild

Kann kaum ich satt mich schauen!

 

Du hältst dein reinstes Töchterlein

So mütterlich umschlungen,

Und führst in Gottes Wort sie ein

Bis ganz es sie durchdrungen.

 

Da liest sie denn als Kindlein schon

Von dem, der sollte kommen,

Verlassend seines Vaters Thron

Der ganzen Welt zum Frommen.

 

Da lernt sie flehn: „Ihr Himmel taut

Das Heil! - sprieß´ den Gerechten,

Du Erde uns! - so seufzen laut

Auch wir mit deinen Knechten!“

 

Noch ahnt sie nicht, dein Töchterlein,

Dass ihr das Glück soll werden,

Die Mutter einst des Herrn zu sein,

Des Heiligsten auf Erden!

 

Du aber machst schon jetzt bereit

Sie zu dem Werk, dem hehren;

O mögst auch mich du jederzeit

Erleuchten und belehren!