Des Heilands Gruß im Tabernakel

 

In Sorgen oft, in Leid und Qual eil hin ich zur Kapelle,

Und grüße Gott viel tausendmal im Kirchlein, still und helle.

Doch kommt der Heiland mir zuvor und grüßet mich voll Liebe,

Frei schwingt das Herz sich hier empor aus wirrem Weltgetriebe.

 

„Mein liebes Kind“, so spricht er still, „was willst du von mir haben,

O sag es mir, denn gern ich will dir schenken meine Gaben.

O sage mir, was dir gebricht, was macht das Herz dir bange,

Und was du wünschest, zage nicht, es nur von mir verlange.“

 

Drauf spricht zu ihm das arme Herz: „O Heiland voller Güte,

O lindere den tiefen Schmerz und treulich mich behüte.

Du kennst ja doch mein schwaches Herz, der Stürme mächtig Wehen,

O lasse stets mich himmelwärts, doch niemals abwärts gehen.“

 

Und Jesus spricht voll Lieb` und Huld: „O Kind, sei mir gegrüßet,

Ich habe deine Sündenschuld am Kreuze schon gebüßet.

Nun komme oft, recht oft zu mir, ich heiße dich willkommen,

Und hole reiche Gnaden dir, daß sie zum Heil dir frommen.

 

O komme gerne jederzeit und schenk mir dein Vertrauen,

Du wirst des Himmels Seligkeit beim Tabernakel schauen.

Und was da draußen dich betrübt, das sage mir im stillen,

Hier weilt ein Herz, das treu dich liebt und deinen Wunsch wird stillen.“

 

O eil zu ihm, komm jederzeit mit innigem Verlangen,

Der immer gerne ist bereit, uns liebreich zu umpfangen.

O höret auf sein liebend Wort, das süß wie Honig fließet,

Daß reich an diesem Gnadenort sein Segen uns ersprießet.