Das bessere Land

 

„Ich hörte dich sprechen vom besseren Land,

Ach, Mutter, wo find ich den lachenden Strand,

Der seine Kinder in Liebe vereint,

Wo niemand mehr klagt, kein Tod mehr erscheint.

Ist er dort, wo die Orange blüht

Und durch Myrtengesträuche die Rose glüht?“

„Nicht dort, nicht dort, mein Kind!“

 

„Ist dort wohl das Land, wo die Alp sich erhebt,

Der Adler stolz ob den Firnfeldern schwebt?

Ist`s dort, wo die nickende Korn-Ähre reift?

Der Hirsch durch die nebligen Hochtale streift?

Ist es dort, o Mutter, künd mir an,

Wo man ewig sich freuen und lieben kann?“

„Nicht dort, nicht dort, mein Kind!“

 

„Wo stille ein Waldsee im Schilfdickicht ruht?

Ihr ewiges Lied braust des Weltmeeres Flut?

Wo glutrot des Nordlichtes Purpur erstrahlt?

In Sonnenglut wuchert der tropische Wald?

Oder dort, wo kahl die Tundra steht?

Oder dort, wo des Teifuns Gluthauch weht?“

„Nicht dort, nicht dort, mein Kind!“

 

„Vergebens durchsuche ich Land und Meer,

Ein Paradies, das gibt es nicht mehr!

Und doch treibt ein Ahnen mich stets wieder fort,

Wo anders zu suchen den seligen Ort.

O, so künde, Mutter, mir doch an,

Wo des Friedens Reich ich noch finden kann!“

„In Gott, mein Kind, in Gott!“