Christi Geburt

 

Erblühet ist ein Röslein zart

In kalter Winternacht,

Es ist von selten schöner Art,

Von wundersamer Pracht.

 

Als königliches Brautgeschmeid

Ruhts an der Jungfrau Brust,

Ihr Herz erbebt in Seligkeit,

In heilger Mutterlust.

 

Anbetend sinkt sie in die Knie;

Von ihrem Busen rein

Legt in das harte Kripplein sie

Das kleine Jesulein.

 

Viel Engel schaun ihr staunend zu,

Sie singen leise, lind

Ein Schlummerlied zu süßer Ruh

Dem holden Jesuskind.

 

Und durch die stille Nacht, so hehr,

Klingt laut der Jubelruf:

„Gott in der Höh sei Preis und Ehr,

Der uns erhält, erschuf!“

 

Er lauscht dem Lied aus Engelsmund,

Der Himmel licht erstrahlt,

Und auf dem weiten Erdenrund

Es jubelnd wiederhallt.

 

Ja, Friede nun den Menschen all,

Die guten Willens sind!

Kommt, eilt bei diesem Jubelschall

Zum Kripplein her geschwind!

 

Das „Weihnachtsröslein“ drin erschaut,

Das Heil, das wir ersehnt,

Den Sohn der reinsten Gottesbraut

Im heilgen Sakrament!

 

Wählt euch zu Herzens Schmuck und Zier

Nur Gott, das höchste Gut,

Dess Lieb so groß, dass arm er hier

Im Kripplein vor euch ruht.