Aus der Nacht zum Licht durchs ewige Licht

 

Es brennt im stillen Gotteshaus

Ein Licht so mild und klar,

Es schimmert und geht nimmer aus,

Schwebt dicht vor dem Altar.

 

Ich sah es glühn, es zog mich hin

Mit wundersamer Macht;

Doch zitternd lag ich auf den Knien,

In mir wars dunkle Nacht.

 

Ach, fiel doch nur ein Fünklein klein

In meines Herzens Grund,

So dacht ich bei des Lichtleins Schein,

Doch bebend schwieg mein Mund.

 

Und lange lag ich tränenlos,

Versenkt in stummes Flehn,

Der Schein des kleinen Lämpchens bloß

Hat meinen Schmerz gesehn.

 

Da wars, als schwebte leise, licht

Das Flämmchen hin zu mir:

„Ach, armes Herz, verzage nicht,

Ich bin ja noch bei dir!“

 

„Ich bin bei dir, o öffne mir

Des Herzens dunklen Schrein;

So gerne kehrt ich ein bei dir,

Willst du nur willig sein!"

 

„Ich will, ich will, o ewges Licht“,

Sprach freudig da mein Mund,

„Kehr ein bei mir und säume nicht,

Erleuchte mich zur Stund!“

 

Und vom Altar ein lichter Strahl

Senkt in das Herz sich schnell,

Es schwand die Nacht, der Schmerzen Qual,

Es floß der Tränen Quell.

 

Und scheint mir je, als lösch es aus,

Als schau sein Glühn ich nicht,

So flücht ich mich zum Gotteshaus,

Hol Licht vom ewgen Licht.