Oktober

 

Oktober singt: O Sonne mein,

Ich fing dich in den Keller ein!

Am Mostfass sitzt er, selig-still,

Und lauscht, was drinnen werden will.

Macht auch die Gicht dem Alten Pein,

Beim Kirchweihtanz schwingt er das Bein.

Das Krautfass stampft er klüglich fest

Und denkt an Schwein und Wurst und Gäst.

Doch ziert er treu St. Wendels Bild.

Den Musensohn versorgt er mild

Mit Ränzel und mit Talern gut,

Holt ihn zur Bude Simon und Jud.

Und wenn um fromme Hände schlicht,

Der Rosenkranz die Perlen flicht,

Im Sturm das müde Herbstlaub zittert,

Lauscht er, von Ewigkeit umwittert.

 

 

Das Gesicht des Monats Oktober

 

Hat uns der hohe Sommer das Brot beschert, so schenkt uns der Herbst den Wein. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Er soll nicht nur schuften und sich mühen im Schweiße seines Angesichts, er soll auch ein wenig Lebensfreude haben, ein Gläschen Wein am Sonntag oder ein Lied nach der Arbeit und ein stilles Buch am Abend. Der Mensch braucht die Freude, wie die Blumen die Sonne brauchen.

So wollen wir dem Herbst danken, dass er uns die Früchte schenkt und dass er noch einmal in farbiger Glut die Wälder und die Gärten leuchten lässt von buntem Laub und prangenden Blumen. Aber der Schönheit kann sich nur wahrhaft freuen, wer vom Vater weiß, der all dies erschaffen hat und der auch uns in Seinen Armen hält. Franz von Assisi hat das gewusst, der Sonne und Vögel und Blumen und Wasser Bruder und Schwester nennt, der nur deshalb das Sonnenlied singen konnte, weil er über sich den Vater wusste, der Seine Sonne aufgehen lässt über Gute und Böse.

Auch die „kleine“ Theresia ist voll solcher Freudigkeit und Zuversicht in all ihren Kämpfen und Schwierigkeiten, und selbst die reformgewaltige, arbeitsüberlastete „große“ Theresia hat ein Scherzwort in ihren Briefen übrig und verteidigt gegen unfromme Eiferer das kindliche Spiel ihrer Nonnen.

Alle Welt gehört dem Herrn, einst wird die Welt verklärt und von der Herrlichkeit des Herrn erfüllt sein, das verkündet das Christkönigsfest, das früher am letzten Sonntag des Monats gefeiert wurde. Im Gefolge des Christkönigs stehen auch der König Eduard und der Fürst und Jesuitengeneral Franz Borgia neben der Herzogin Hedwig, aber auch der arme Hirte Wendelin und die schlichte Klosterfrau Maria Alacoque, der hochgebildete Arzt Lukas neben den Handwerkern Simon und Judas. Und wenn die Familien sich in diesem Marienmonat zusammenscharen, um den Rosenkranz gemeinsam zu beten, dann gedenken sie der Magd des Herrn und des fleischgewordenen Gotteswortes. Das Wort Gottes ist noch wichtiger als das leibliche Brot und die tägliche Freude. Denn aus ihm allein leben wir.

 

 

Lies vor der Kirchweih' deinen Wein,

später tritt die Kälte ein.

 

Kirchweih im Oktober

 

Goldlodernd flammt das Laub im Waldgeäst,

Natur hält Erntedank, ein glühend Fest!

Kartoffelfeuer stieben würzigen Rauch,

Der Landschaft Bild verschwimmt im Nebelhauch.

Im Bergland treibt der erste Schnee sein Wehn,

Noch wehrt das Herz sich vor dem Herbstvergehn,

Doch wie die Farben blassen und verschwelen,

Naht sich das Leidgedenken: Allerseelen.

 

 

Monatstugend: Zurückgezogenheit und Sammlung

 

"Du musst auch, Philothea, die Einsamkeit lieben; nicht nur die innere deines Herzens, wohin du dich mitten in den Unterhaltungen zurückziehen kannst, sondern auch die örtliche Einsamkeit. Du brauchst nicht in die Wüste zu gehen; aber verweile gern einsam in deinem Zimmer, in deinem Garten oder an einem anderen Ort, wo du ungestört dich in dein Herz zurückziehen, deine Seele durch gute Gedanken und heilige Vorstellungen oder durch Lesen eines guten Buches erquicken kannst."

 

Sie gehören zu den verborgensten Aposteln. Simon hatte den Beinamen der "Eiferer" und Judas den Zunamen Thaddäus oder Lesbäus d.i. "der Beherzte" zum Unterschied von Judas Iskariot. Er schrieb einen kurzen apostolischen Brief, der zum Neuen Testament gehört.

Simon und Judas Thaddäus sollen gegen Ende ihres Lebens gemeinsam in Persien den Glauben verkündigt und dort den Martertod erlitten haben, Simon, indem er entzwei gesägt wurde, und Judas durch Enthauptung oder durch einen Keulenschlag.

 

 

 

Andacht im Oktober: der hl. Rosenkranz / Christus König

 

Wenn die Rosen draußen verwelken, winden die Marienkinder der Rosenkranzkönigin Kränze geistlicher Rosen im Rosenkranzgebet. Die großen Geheimnisse unserer Erlösung werden mit hineingeflochten und färben sie bald freudig gelb oder leidensrot oder sieghaft weiß, je nachdem es die Geheimnisse der Freude, des Leidens oder des Triumphes sind. Nehmen wir den Rosenkranz oft zur Hand, um dieses Rosengewinde zu flechten - in Freud und in Leid, in Glück und Unglück. Maria, die Rosenkranzkönigin ist unsere mächtige Helferin, Schirmerin und Trösterin.

Gegen Ende des Monats (heute gegen Ende des Monats November) tritt Christus König vor uns hin mit den Abzeichen seines ewigen und allumfassenden Königtums. Er will seinen Thron aufs neue befestigen in unseren Seelen und in der Welt. Jubeln wir ihm zu mit allen Geschöpfen; denn er ist "würdig, zu empfangen Macht, Reichtum, Weisheit, Kraft, Ehre, Preis und Lob" (Offenbarung 5,12). Jesus, der Heiland, sei König unseres Verstandes, unseres Willens, unseres Herzens und unseres ganzen Tuns und Lassens. Und wir wollen mit allen Kräften daran arbeiten, dass sein Reich über die ganze Welt ausgebreitet werde.

 

 

Stoßgebetlein:

 

O Jesus Christus, ich huldige dir als dem König der Welt.

 

Heiliges Herz Jesu, dein Reich komme!

 

Eucharistisches Herz Jesu, Glutofen der göttlichen Liebe, gib der Welt den Frieden!

 

Königin des heiligen Rosenkranzes, bitte für uns !

 

Liebes Herz Mariä, sei meine Rettung!

 

Einen vollkommenen Ablass erhält man an jedem Tag, sooft man fünf Gesetze des Rosenkranzes vor dem Allerheiligsten betet. Bedingung: Sakramentenempfang.

 

 

Bauernregeln

 

Wenn der Eichbaum noch sein Laub behält,

so folgt im Winter strenge Kält.

 

Wenn rau und dick des Hasen Fell,

dann sorg für Holz und Kohlen schnell.

 

Viel Regen im Oktober und November

bringt einen windreichen Dezember.

 

Ein trockener, lieblicher Herbst

lässt einen guten Frühling erwarten.

 

St. Gallen

lässt den Schnee fallen.

 

An Ursula muss das Kraut herein,

sonst schneien Simon und Judas drein.

 

Wenns am Gallustag regnet,

regnets bis zu Weihnachten.

 

Wenn Buchenfrüchte geraten wohl,

Nuss- und Eichbäume hängen voll,

so folgt ein harter Winter drauf,

und fällt der Schnee in großem Hauf.

 

Oktober und März

gleichen sich allerwärts.

 

Hat der Oktober viel Regen gebracht,

hat er Gottesäcker bedacht.

 

Oktobergewitter sagen beständig,

der künftige Winter sei wetterwendig.

 

Durch Oktobermücken

lass dich nicht berücken.

 

Wirft der Maulwurf sehr spät im Oktober,

so müssen um Neujahr die Mücken tanzen.

 

Ist der Oktober kalt,

so gibts im nächsten Jahr wenig Raupen und Mäuse.

 

Kommt die Feldmaus ins Dorf,

so sorg um Holz und Torf.

 

Werden die Blätter bald welk und krumm,

so sieh nach deinem Ofen dich um.

 

Heller Herbst, windiger Winter.