März

 

Der März kommt auf dem Föhnhengst her,

Des Winters Burg zerschmettert er.

Dann sitzt er an der Quellen Rand

Und knüpft das erste Veilchenband.

St. Joseph aus dem Himmelshaus

Streckt über ihm die Arme aus.

Indes er wirkt des Frühlings Kleid,

Besingt er still des Herren Leid.

Der Kelch durch seine Gärten glüht,

Das Kreuz in jedem Haus erblüht

Und lehrt das deutsche Volk sein Fasten

Ergebner tragen und die Lasten.

 

 

Das Gesicht des Monats März

 

Im Monat März beginnt nach dem Kalender der Frühling. Und allgemach spürt man auch das Erwachen der Natur: die Wiesen werden grün, die Blumen beginnen zu blühen, in den Bäumen steigt der Saft, und die Knospen schwellen. Die Sonne wird wärmer, und die Kinder spielen auf Straßen und Plätzen.

Der ganze Monat März steht unter dem Zeichen dieser heiligsten Zeit des Jahres, der Fastenzeit, da wir uns bereiten, Ostern, das Fest der Erlösung, mitzufeiern. Es ist eine Zeit der Stille und des Opfers. Alle lauten Vergnügungen schweigen, wir schränken uns an leiblicher Nahrung ein, damit wir umso eifriger das Brot des Lebens essen und das Wort Gottes hören. Der Monat schließt mit dem Fest der sieben Schmerzen. Denn am Ende der Fastenzeit versenkt sich der gläubige Christ in das Leiden des Herrn, geht gläubig und beschaulich den Kreuzweg und singt die Lieder vom „Haupt voll Blut und Wunden“.

Die Heiligenfeste treten in der Fastenzeit etwas zurück, obwohl gerade bedeutende Heilige gefeiert werden: Thomas, der Fürst der Scholastik, Johannes von Gott, der Vagabund und Stifter eines Krankenpflegeordens, Klemens Hofbauer, Heribert, der deutsche Kanzler, Cyrill, der große Katechet, Josef, der Nährvater Jesu, Benedikt, der Lehrer des Abendlandes, Gabriel, der Erzengel, Johannes von Damaskus, der Verteidiger der christlichen Bilder, Johannes von Kapistran, der Prediger wider die Türken, und schließlich das Fest Mariä Verkündigung, das schon wieder auf Weihnachten hindeutet.

 

 

Willst Gerste, Erbsen, Zwiebeln dick,

so sä' sie an Sankt Benedikt.

 

Benedikt von Monte-Cassino - 21. März

 

Heraus den Pflug, die Pferde angeschirrt!

Im hohen Himmelsblau die Lerche schwirrt.

Die Bäche blitzen blank durchs Wiesengrün,

Am Heckenrand verborgne Veilchen blühn.

Sankt Gertrud schickt den ersten Gärtner aus,

Die Schwalben flügeln, heimgekehrt, ums Haus,

Von allen Bergen hell die Quellen rinnen,

Das Leben will mit junger Kraft beginnen!

 

 

Monatstugend: Liebe zu Gott

 

Die heilige Liebe ist eine Liebe aus Freundschaft, eine vorzügliche, hervorragende, unvergleichliche, allerhöchste, übernatürliche Liebe, die wie eine Sonne über der Seele schwebt, um sie zu beleuchten und mit ihrem Licht zu verschönern, über allen geistigen Fähigkeiten, um sie zu vervollkommnen, über allen Kräften, um sie auf das rechte Maß zu führen. In dem Willen aber hat sie ihren Thron, um zu herrschen und zu bewirken, dass er Gott über alles liebe. O glückselig ist die Seele, in welche diese heilige Liebe ausgegossen wird; denn alle Güter werden ihr mit derselben zufließen.

 

St. Josef wurde das höchste Glück zuteil, das einem Menschen nach der Muttergottes beschieden sein konnte: er durfte den ewigen Gottessohn, den Heiland, seinen Gott und Herrn, auf den Armen halten als Vater. So verband sich in seinem Herzen echte Vaterliebe mit der größten Gottesliebe. Welche Vollkommenheit wird er in der Kunst heiliger Liebe erlangt haben, so nahe am heiligsten Herzen Jesu, dem Feuerofen der Liebe! Und die Gottesliebe brachte ihm den reichsten Schmuck an allen Tugenden.

Der Nährvater Jesu ist auch unser Vater und erklärter Beschützer. Er wurde feierlich zum Patron der hl. Kirche aufgestellt. Möge er vor allem in unseren Herzen das heilige Feuer der Liebe zu Gott und zum Heiland erhalten und bewahren!

 

 

 

Andacht im März: zum hl. Josef / in der hl. Fastenzeit

 

Der März ist der St. Josefsmonat. Wie draußen in der Natur das erste Keimen und Sprossen anhebt, so begann mit dem heiligen Josef der Frühling im Werk der Erlösung. Er nahm nach der Mutter Gottes den denkbar innigsten Anteil daran. War er doch der Bräutigam Marias und der Nährvater Jesu. Deshalb weiht die Kirche einen ganzen Monat seiner Verehrung, wie sie es auch bei der Mutter Gottes tut. Stellen wir uns unter seine vielvermögende Obhut! St. Josef soll auch unser Vater und Beschützer sein! Er ist ja der Schutzherr der hl. Kirche.

St. Josef ist die freundliche Seite des Märzmonats; seine andere Seite ist die Fastenzeit, die von den Schmerzen und Leiden des sterbenden Heilandes durchzittert ist. Unter soviel Schmerzen hat uns Jesus erlöst. Leiden wir mit ihm durch innerliches Versenken und Mitfühlen, aber auch durch Werke der Buße und Abtötung. Nur so wird das Blut Christi an uns wieder seine Früchte bringen und uns erlösen.

Beten wir öfters den Kreuzweg, dem so viele Ablässe verliehen sind und wohnen wir andächtig dem heiligen Messopfer bei, in dem das Leiden und Sterben Christi unblutig erneuert wird.

 

 

Stoßgebetlein:

 

O hl. Josef, Pflegevater unseres Herrn Jesus Christus und wahrer Gemahl der Jungfrau Maria, bitte für uns.

 

Lass, Josef, schuldlos uns durchs Leben geh´n,

In deinem Schutz uns stets gesichert steh´n.

 

Des Himmelsscharen mögen dich, o Josef, preisen,

Und alle Christen freudig Lob dir singen.

 

O hl. Josef, Vorbild und Patron der Verehrer des heiligen Herzens Jesu, bitte für uns!

 

 

Bauernregeln

 

Soviel im Märzen Nebel steigen,

soviel im Sommer sich Wetter zeigen.

 

Auf Märzenregen

folgt kein Sommersegen.

 

Märzenwinde, Aprilregen

verheißen im Mai großen Segen.

 

Frierts an Gertrud,

der Winter noch vierzig Tage nicht ruht.

 

Ein schöner Josephstag

bringt ein gutes Jahr.

 

Ist der Himmel an Mariä Verkündigung vor Sonnenaufgang klar,

so folgt ein gesegnetes Jahr.

 

So viel Tage vor Marien die Frösche schreien,

so viel Wochen müssen sie nachher schweigen,

und so viel Tage sich vor Marien die Insekten (Mücken, Bienen) zeigen,

so lange müssen sie nachher wieder einsetzen.

 

Auf windigen März

folgt schöner Mai.

 

Trockener März, nasser April, kühler Mai

verheißen viel Frucht, Most, Obst und Heu.

 

Wenns im März donnern tut,

wird der Roggen gut.

 

Viel Regen im März,

macht einen dürren Sommer.

 

Ist Gertrude sonnig,

wirds dem Gärtner wonnig.

 

Wenn die Grasmücke singt,

ehe der Winstock treibt,

soll ein gutes (Wein-) Jahr folgen.

 

Zu Anfang oder zu End

der März seine Gifte sendt.

 

Wenn Sankt Gregor auf einem falben Hengst reitet

(d.h. um diese Zeit noch die Erde vom Frost kahl und fahl ist),

so ist er der Schrecken der Bauern und die Freude der Kornhändler.

 

Wenn man an Mariä Verkündigung früh morgens noch Eis (Frost, Reif)

hinterm Busch findet, so kommt kein schädlicher Frost mehr nach.

 

Ein Scheffel Märzenstaub ist eine Krone wert;

doch allzu frühes Laub wird gern vom Frost verzehrt.