Juni

 

Der Juni hebt zum höchsten Grat

Der Sonne perlbestreuten Pfad

Und weidet auf der Himmelswies

Nur karg die Schar im goldnen Vlies.

Doch plötzlich kehrt er sich zur Nacht

Und gibt ihr wieder neue Macht.

Petrus an der Wetterorgel sitzt,

St. Pauli Schwert am Himmel blitzt.

Und Jesu Herz, die Rose rot,

Aus stillen Heiligtümern loht

Und schwebt hinaus in Au und Feld,

Und segnet die besonnte Welt,

Dass wir in Rosen, lustbesessen,

Die Himmelsgärten nicht vergessen.

 

 

Das Gesicht des Monats Juni

 

Der erste Rausch der Blüten ist vorüber. Die Flur bekommt immer mehr ihr sommerliches Gesicht. Schon werden die Sensen gewetzt, um das Gras zu mähen. Es ist die Zeit stillen Reifens. Die Sonne liegt heiß über den Feldern, die der Ernte entgegenharren.

Auch im Kirchenjahr beginnen nach dem Jubel der hohen Festzeit mit dem Dreifaltigkeitssonntag stillere Tage, die Sonntage nach Pfingsten (im Jahreskreis) in der schlichten grünen Farbe. Nochmals holt freilich das Volk alle bunten Blumen aus den Gärten und streut sie auf die Straßen, farbenprächtige Fahnen flattern über den wallenden Gläubigen, die den Herrn im Sakrament begleiten, wenn er an Fronleichnam, in der Brotsgestalt verborgen, durch die Straßen zieht.

An Heiligenfesten ist dieser Monat reich: Bonifatius und Norbert von Xanten haben ihre Spuren eingegraben in die deutsche Geschichte, zu den Lieblingsheiligen des Volkes zählen Margarete, Antonius von Padua und Vitus, Patron der Jugend ist Aloysius. Zum Johannistag leuchten von den Bergen die Feuer, und den Monat beschließen wir mit dem Fest der beiden Hauptapostel Peter und Paul.

 

 

Tritt auf Johanni Regen ein,

so wird der Nachwuchs nicht gedeih'n.

 

Johannes der Täufer - 24. Juni

 

In Rosen schenkt sich uns der Sommer neu.

Der Bauer aber denkt nur an sein Heu.

Muß er das nicht? Er wünscht sich für sein Gras

Den Juni warm, gewittrig und naß,

Doch trocken, wenn es Zeit zur Heumahd ist;

Obwohl Sankt Peter keinen Wunsch vergißt?

Sankt Vit, der Gerste und des Hafers wegen,

Hingegen, er behüte uns vor Regen.

 

 

Monatstugend: Gehorsam

 

Man muss in Demut den geistlichen Obern gehorchen, also dem Papst, dem Bischof, dem Pfarrer und denen, die von ihnen über uns gesetzt sind. Du musst auch den weltlichen Obern gehorchen. Dieser Gehorsam ist notwendig, weil niemand sich von ihm ausschließen kann und Gott alle diese Obrigkeiten über uns gesetzt hat. Wenn aber dein Gehorsam vollkommen sein soll, so folge auch ihren Ratschlägen, sogar auch ihren Wünschen, so viel Liebe und Klugheit es dir erlauben. Gehorche ihnen in den angenehmen Dingen, auch in gleichgültigen, ja sogar in schweren, widerlichen und harten Befehlen; dann wird dein Gehorsam vollkommen sein.

 

Diese Apostel waren vor den anderen besonders ausgezeichnet; sie sind die Apostelfürsten. Der Heiland machte Petrus zum unüberwindlichen Felsen seiner Kirche und übergab ihm die Schlüssel des Himmelreiches. Und Paulus war ihm ein "auserwähltes Werkzeug, seinen Namen vor Heiden und Könige und die Kinder Israels zu bringen". Unermüdlich arbeiteten beide im großen Weinberg des Herrn, mehr als alle anderen. Zuletzt gingen sie für ihren Herrn und Meister an einem und demselben Tag in den Tod. Es war im Jahr 67. Petrus wurde, das Haupt nach unten, gekreuzigt, Paulus enthauptet.

 

 

 

Andacht im Juni: der Herz-Jesu-Monat / Fronleichnam / das Fest der Apostelfürsten

 

 Im Juni leuchtet uns die Sonne des heiligsten Herzens Jesu. Auch die härtesten und kältesten Herzen sollten da Feuer fangen. Der Heiland beklagte sich bei der hl. Margareta Alacoque über den Undank und die Zurückweisung, die seine Liebe erfährt. Wollen wir ihm da Ersatz bieten durch unsere Liebe und ihm Sühne leisten für die vielen Beleidigungen, die ihm besonders im Sakrament der Liebe, dem heiligsten Altarsakrament zugefügt werden.

Fronleichnam ist das Hochfest dieses Geheimnisses, in dem die ewige Liebe sich selbst uns schenkt. "Laut soll unser Lob erschallen und das Herz in Freude wallen" an diesem Tag und jubelnd wollen wir seinen Triumphzug durch die Straßen begleiten. Kein Lobspruch, keine Zierde kann seiner Größe gleichen. An das Fronleichnamsfest und seine Oktav schließt sich das Herz-Jesu-Fest an. "Mein Sohn, gib mir dein Herz!" spricht da das aus Liebe zu uns verwundete eucharistische Herz. Wollen wir ihm unser Herz geben und weihen für immer und ewig, so wie es die Apostelfürsten Petrus und Paulus getan haben, die für ihren Meister in den Tod gegangen sind. "Die Liebe Christi drängt uns!"

 

 

Stoßgebetlein:

 

Wunderbares Herz meines Jesus, gib, dass ich immer mehr dich liebe.

 

Gepriesen sei das hlst. eucharistische Herz Jesu!

 

Heiliges Herz Jesu, dir schenke ich mich durch Maria.

 

Alles für dich, hlst. Herz Jesu.

 

Eucharistisches Herz Jesu, brennend von Liebe zu uns,

entflamme unsere Herzen mit Liebe zu dir.

 

 

Bauernregeln

 

Nordwinde wehen Korn ins Land.

 

Regen am Johannistag

gibt viel Körner in den Sack.

 

Vor Johanni bitt um Regen,

nachher kommt er ungelegen.

 

Wenn Sankt Peter und Sankt Paul regnerisch,

drohen dreißig Regentage.

 

Junidonner bringt viel Getreide.

 

Wenn kalt und nass der Juni war,

verdirbt er meist das ganze Jahr.

 

Sankt Paulus klar,

gutes Jahr.

 

Wer um Medardi baut,

bekommt viel Flachs und Kraut.

 

Schönes Wetter auf Fortunatus

bedeutet ein gesegnetes Jahr.

 

An Antoni ist gute Flachssaat.

 

Sankt Vit

bringt den Regen mit.

 

Johanniswetter hat 40 Tage Bestand.

 

Ein Feuer und ein Wasserkessel drauf,

das ist des Brachmonats bester Lauf.

 

Menschen und Juniwind,

ändern sich geschwind.

 

Wie der Holder Blüht,

so blühen auch die Reben.

 

Petri und Pauli hell und klar,

bringt ein gutes Jahr.

 

Junidonner

verkünden einen trüben Sommer.

 

Wie der Juni stellt sich ein,

so soll auch der Dezember sein.

 

Viele Rosen deuten einen strengen Winter an.

 

Gutes Fischjahr,

schlechtes Frühjahr.

 

Die Bienen, die vor Johannis schwärmen,

sind besser als die nach Johannis.