Juli

 

Eine Glucke, immer zorngereizt,

Er brütend sein Gefieder spreizt,

Schon quillt ein goldner Ährenschwall

Aus seinem Feuerfittich überall;

Wenn er sich wehrt in blinder Wut,

Verwüstet er die eigne Brut.

St. Margaret, die tapfre Magd,

Den Hageldrachen ihm verjagt.

St. Ulrich, wo er Mäuse trifft,

Gibt er als Futter ihnen Gift.

St. Jakob seine Schnitter tränkt,

Dass sie die nahe Müh nicht kränkt.

Die Schul versperrt er vor den Kleinen,

Das gibt ein großes Kinderweinen!

 

 

Das Gesicht des Monats Juli

 

Das ist der Monat der Reife. Nun steht das Korn reich wogend auf den Fluren. Schon werden die Sensen und Mähmaschinen gerüstet, um die goldgelbe Frucht zu schneiden und die vollen Garben einzufahren in die Scheunen. Zeit des Reifens, Zeit der Ernte auch im religiösen Leben.

Die Sonntage nach Pfingsten (im Jahreskreis) mahnen uns, die Gnaden, von denen die großen Feste der Osterzeit Kunde gaben, nun auch zu bewahren und zu bewähren im Alltag, Frucht zu bringen für die Ewigkeit.

Eine ganze Fülle von Heiligenfesten zeigt in die gleiche Richtung: Heilige sind reife Frucht christlicher Liebe und christlichen Lebens. Jakobus der Apostel, die Slawenbekehrer Cyrill und Method und der große Kämpfer Ignatius aus der Reformationszeit reichen sich über die Jahrhunderte hinweg die Hände, alle vier gewaltige Kämpfer und Arbeiter beim Aufbau der Kirche Gottes. In der Stille seiner Klosterzelle schreibt Bonaventura seine von Gottesliebeglühenden Bücher. An der Schwelle zwischen Altem und Neuem Bund stehen die Frauengestalten Anna, Martha, Magdalena. Camillus von Lellis, Vinzenz von Paul (Monsieur Vincent), Hieronymus Aemiliani sind Vorbilder christlicher Liebe schwerer Zeit. In die deutsche Kirchen- und Weltgeschichte wirkten hinein Kilian, Ulrich und Kaiser Heinrich II. Und dann noch ein liebliches Fest: Mariä Heimsuchung.

 

 

Ist's um Jakobi heiss und trocken,

so kann der Landmann wohl frohlocken.

 

Jakobus der Ältere - 25. Juli

 

Nun brenne, Sonne, flamme, Mittagsglut,

Daß Obst und Korn und Wein gerade gut.

Viel Arbeit, Sorg und Angst vor Wettersnot

Trägt doch der Bauer um das liebe Brot.

Helf Gott, daß du es stets bedenken willst,

Wenn du mit Roggenbrot den Hunger stillst.

Dies Glück sei uns in Zukunft stets beschieden:

Heimat und Brot zu würdigen - in Frieden.

 

 

Monatstugend: Armut im Geist

 

Wenn dein Herz an deinen Gütern hängt, wenn du ängstlich um sie besorgt bist und fürchtest sie zu verlieren, so bist du schon von dem Fieber angesteckt; denn die mit Fieber Behafteten trinken auch mit Gier das Wasser, das man ihnen reicht, während Gesunde es ruhig trinken. Es ist unmöglich an einer Sache viel Wohlgefallen zu finden, ohne sein Herz an sie zu hängen. Wenn du nun deine Güter verlieren solltest, und dein Herz geriet in große Traurigkeit, so glaube mir, es hing auch an ihnen; denn die Betrübnis über den Verlust beweist am meisten unsere Anhänglichkeit an eine Sache.

 

Der Heiland hatte ihn von den Netzen seines Vaters hinweg berufen, und Jakobus hatte wie sein Bruder Johannes, der Liebesjünger, gleich alles verlassen und hing Jesus mit ganzem Herzen an. Er gehörte mit Petrus und Johannes zu den Lieblingen des Heilands und hatte etwas von der drängenden Liebe seines Bruders in sich, weshalb er auch "Donnerkind" hieß. Nach kurzer apostolischer Tätigkeit unter den Juden und in Spanien starb er, nach Jerusalem zurückgekehrt, als erster Apostel den Martertod unter Herodes.

Wie Jakobus aus Liebe zum Heiland alles Irdische dahingab, müssen auch wir die Armut im Geist besitzen.

 

 

 

Andacht im Juli: die Verehrung des kostbaren Blutes

 

Das Blut Christi ist der Traubensaft des hlst. Herzen Jesu. Es war der kostbare Lösepreis für uns, versöhnte Gott und rief sein Erbarmen auf uns herab. Der hl. Johannes schreibt: "Er hat uns geliebt und uns gereinigt von unseren Sünden durch sein Blut und uns zu einem Königtum, zu Priestern bei Gott, seinem Vater, gemacht." Dieses Blut ist das "blutgetränkte Gewand" des Völkerheilandes, der "die Weinkelter der Zornglut des allmächtigen Gottes tritt" (Offenbarung 19). Alle Gnaden, die wir erhalten, sind von ihm gerötet. Es fließt in den sieben Gnadenströmen der hl. Sakramente über die Menschen hin, reinigt sie in der Taufe und Buße von den Sünden und senkt sich im hl. Messopfer als Gnadentau auf uns herab. Verehren wir das Blut Christi recht innig und trinken wir den kostbaren Traubensaft von unserem "wahren Weinstock", der Jesus Christus ist, recht oft in der hl. Kommunion, wenn möglich täglich.

 

 

Stoßgebetlein:

 

Gelobt und gepriesen sei das hl. Herz und das kostbare Blut Jesu im hlst. Altarsakrament.

 

Seele Christi, heilige mich, usw.

 

Ewiger Vater, ich opfere dir auf das kostbare Blut Jesu Christi zur Genugtuung für meine Sünden und für die Anliegen der heiligen Kirche.

 

O Jesus, du bist das Lamm Gottes, das auf den Altären der Welt immerfort geopfert wird; ich vereinige mich mit dir.

 

 

Bauernregeln

 

Im Juli muss braten,

was im Herbst soll geraten.

 

Regnet es an Maria Heimsuchung,

so regnet es vierzig Tage,

und man hat solange kein Heu.

 

Margaretentag Regen,

bringt keinen Segen.

 

Regnets an Maria Magdalenentag,

folgt stets mehr Regen nach.

 

Wenns an Jokobi regnet,

ist der Most nicht sehr gesegnet.

 

Sind um Jakobi die Tage warm,

gibts im Winter viel Kält und Harm.

 

Um Margaretha und Jakobi

pflegen schwere Gewitter zu kommen.

 

Wenn die Ameisen im Juli ihre Haufen höher und weiter als sonst gewöhnlich machen,

so bedeutet es einen frühen, kalten Winter.

 

Was der Juli und August nicht kochen,

das kann der September nicht braten.

 

Regnets am Tag Unsrer Lieben Frauen (5.),

da sie das Gebirge tät beschauen,

so wird sich das Regenwetter mehren

und noch 40 Tage lang währen.

 

Regen an Margarete dauert 14 Tage und bringt schlechte Heuernte.

 

Ist es vor Maria und Magdalena trocken mit wenig Sonnenschein,

wird das Korn recht wichtig sein.

 

Warme, helle Jakobi:

kalte Weihnachten.

 

Wenn an St. Annentag die Ameisen stark aufwerfen,

so folgt ein strenger Winter.

 

Fällt vor Jakobi die Blüte vom Kartoffelkraut,

auf keine gute Kartoffel dann baut.

 

Ist das Wetter drei Tage vor Jakobi schön,

so wird das Korn gut;

regnets, so bringts schlechtes Korn hervor;

auch verderben die Eicheln.

 

Hundstage klar,

fruchtbares Jahr.