Januar


Zwölf Herren hat das Jahr,

Der erste naht, heißt Januar.

Er ist der wunderbarste Greis,

Fast blind, gefroren und schneeweiß,

Und doch fängt er zu wachsen an.

Sooft ins Dunkel kräht der Hahn

Und Ställ und Stuben treulich weckt,

Der Tag schon längre Glieder reckt.

Wegkundig zeigen hellen Stern

Gottsuchern die drei Weisen gern.

Sebastians Blut am Baum versiegt,

Sein Mut noch heut die Pest bekriegt.

Knab Jesus taut den Professoren

Das Herz auf, wenn es zugefroren.

 

 

Das Gesicht des Monats Januar (Hartung)

 

Noch stehen die Bäume kahl, die Felder leer. Aber – „es wächst viel Brot in der Winternacht . . .“ Schon beginnt sich das Leben unter der Erstarrung zu regen. Die Tage werden wieder länger, und in unseren Herzen keimt die zage Hoffnung auf den Frühling. Wir beginnen das Jahr im Namen Jesu. Wir denken noch der Kindheit Jesu an Epiphanie. Dieses Fest aber weist schon darüber hinaus auf den Herrn und König, auf den sich der Geist Gottes niederließ und der sein erstes Wunder wirkt.

Von Petri Stuhlfeier bis Pauli Bekehrung beten wir um die Widervereinigung der Christenheit. Antonius der Einsiedler, Sebastian, Agnes, Timotheus, Chrysostomus, Franz von Sales, Don Bosco sind bedeutende Heiligenfeste des Monats.

 

 

Sankt Vinzenz Sonnenschein

bringt noch viel Schnee herein.

 

Vinzenz von Saragossa - 22. Januar

 

Beginn getrost mit Strenge, Januar,

Der Bauer wünscht den Tag jetzt kalt und klar.

Die stete Lindigkeit tut Mensch und Feld nicht gut,

Den Frost des Winters lohnt des Juli Glut.

Wie gleicht das neue Jahr dem Samenkorn!

Wir wissen nicht, bringt´s Frucht, bringt´s Dorn,

Wir können tapfer nur die Hände regen

Und fest dabei vertrau´n auf Gottes Segen.

 

 

Monatstugend: Glaube

 

Der Glaube ist unser großer Seelenfreund und kann an die menschlichen Wissenschaften, die sich ihrer Deutlichkeit und Klarheit wegen rühmen, mit allem Recht die Worte richten, die die Braut im Hohenlied zu den übrigen Mädchen sprach: Ich bin schwarz, aber ich bin schön.

Der Glaubensakt besteht in der freien Zustimmung unseres Geistes, der nach Empfang des angenehmen Lichtes der Wahrheit ihr mit sanfter, aber mächtiger und unerschütterlicher Festigkeit anhängt, die ihm die Autorität der empfangenen Offenbarung gewährt.

 

Als Jesus zu Betlehem in Judäa geboren war, kamen die Heiligen Drei Könige, deren Namen nach einer Überlieferung Kaspar, Melchior und Balthasar waren, von fernher aus dem Morgenland zu ihm, um ihn anzubeten. Sein Stern war ihnen erschienen, und sie folgten dem Stern ohne Zaudern und Wanken. Sie glaubten Gott, und herrlich wurde ihr Glaube belohnt. Der Heiland nahm ihre Geschenke an und gab ihnen dafür unendlich kostbarere, nämlich seine Gnade, seinen Frieden und die ewige Seligkeit.

Folgen auch wir dem Stern des Heilandes! Er leuchtet uns im Glauben.

 

 

 

Andacht im Januar: zum Jesuskind / zur Heiligen Familie

 

Das gnadenreiche Weihnachtsfest hat der Welt den Heiland geschenkt, und nun werden nacheinander die Geheimnisse seiner Kindheit gefeiert. Leben wir sie von ganzem Herzen mit und lassen wir sie auch in unserm Tun und Lassen sich auswirken! Am ehemaligen Fest der Beschneidung, dem Neujahrstag, wo zum ersten Mal das Blut des Erlösers fließt, wollen wir wieder alle verkehrten Begierden ablegen und lauteren Sinnes in das neue Jahr treten. Das Namen-Jesu-Fest soll das freundliche Licht des hellleuchtenden Namens Jesus, in dem wir allein das Heil erlangen können, in unsere Seele strahlen lassen. Mit den Heiligen Drei Königen wollen wir sodann in einfältigem Glauben vor dem göttlichen Kind niederfallen, es anbeten und ihm unsere Geschenke darbringen, das Gold der Liebe, die Myrrhe des Opfers und den Weihrauch der Hingabe und des Gebetes. In der übrigen Zeit des Januars sind unsere Augen auf das stille Häuschen von Nazareth gerichtet, wo das göttliche Kind unter der treuen Hut Marias und Josefs heranwächst; wir feierten bereits das Fest der Heiligen Familie. Versetzen wir uns oftmals in den trauten Kreis dieser heiligen Familie, betrachten wir ihr Tun und Lassen und ahmen wir sie nach! Vor allem wollen wir klein und demütig werden wie das liebe Jesuskind, das als Gott so groß, nun aber aus Liebe zu uns so klein geworden ist.

 

 

Stoßgebetlein:

 

O Jesus, Freund der Kinder, segne die Kinder der ganzen Welt.

 

Wunderbarer Jesus, gib mir Vermehrung des Glaubens, der Hoffnung und Liebe, ein zerknirschtes und gedemütigtes Herz.

 

Jesus, Maria, Josef !

 

O Herr, bewahre uns den Glauben!

 

 

Bauernregeln

 

Ist der Januar nicht nass,

füllt er des Winzers Fass.

 

Im Januar viel Regen, wenig Schnee,

tut Feldern, Wiesen und dem Weinstock weh.

 

Wächst das Gras im Januar,

ists im Sommer in Gefahr.

 

Am Weihnachtstage wächst der Tag,

so weit die Mucke gähnen mag;

am neuen Jahrstag wächst der Tag,

so weit der Haushahn schreien mag;

um drei Königen wächst der Tag,

soweit das Hirschlein springen mag.

 

Friert es auf Virgilius,

im Märzen Kälte kommen muss.

 

Wenn der Erdboden im Januar offen ist

und besonders die Südwinde dabei stark brausen,

so verursachen sie kalte Flüsse und Krankheiten.

 

Hat Paulus weder Schnee noch Regen,

so bringt das Jahr gar manchen Segen.

 

Sankt Paulus klar, gutes Jahr;

bringt er Wind, regnets geschwind.

 

Morgenrot am ersten Tag

Unwetter bringt und große Plag.

 

Ist der Januar gelind,

Lenz und Sommer fruchtbar sind.

 

Viel Schnee, viel Heu, aber wenig Korn.

 

Januar warm,

dass Gott erbarm!

 

Im Januar Donnergeroll

maccht Kufen und Fässer voll.

 

Wenn vor und im Januar nicht viel Fröste und Schnee kommen,

so kommen sie gemeiniglich im März und April.

 

Auf trockenen, kalten Januar,

folgt Schnee im Februar.