Februar

 

Hätt er die Nacht vom Januar,

Im Mutterleib brächt er Gefahr

Dem Kalb, so grimm sein Odem weht,

Und plötzlich er als Narr sich bläht.

Wie Circe einst so Greis als Knab

Zu Schweinen hexte mit dem Stab,

So wandelt er in Narren um

Die Welt und macht die Klügsten dumm.

Doch weiht sein schlimmes Koboldhaus

Mit frommem Licht Maria aus

Und schickte zu Herren gut und recht

An Lichtmess treue Mägd und Knecht.

St. Blasius mit Kerzenschein

Legt um dein Haupt ein Krönlein fein.

Wenn Aschenregen niederfällt,

Wird still die allzu laute Welt.

 

 

Das Gesicht des Monats Februar (Hornung)

 

In den vom Winterwind durchtobten Straßen lärmt das lustige Fastnachtsvolk. Sind der Pritschenlärm und das Geschrei ein uraltes Zaubermittel, um den Winter auszutreiben, den wir nun allmählich satt bekommen? Ach, weil in unserer Armut Holz und Kohlen knapp sind, sehnen wir uns nach dem Frühling, auf den die länger werdenden Tage und die volleren Knospen der Bäume schon hindeuten.

Schon beginnt die Fastenzeit, der ernste Weg zum großen Fest der Osterfreude. So lasst auch uns dem Licht entgegenwachsen, der Sonne und dem, dessen Sinnbild sie ist!

 

 

Sankt Blasius gnädig uns bewahr

vor Halskrankheiten in diesem Jahr.

 

Blasius von Sebaste - 3. Februar

 

Schon wächst das Licht, und kürzer wird die Nacht,

Doch künden Eis und Schnee des Winters Macht.

Die Kinder singen froh die lütke Fastnacht ein,

Sie wollen auch beschert vom Schweineschlachten sein.

Der Rosenmontag kommt mit Lärm und Narretei,

Und manche Maske zeigt ihr wahr Gesicht dabei.

Wem Aschermittwoch scheint die Sonne klar,

Der hat gut Wetter für das ganze Jahr.

 

 

Monatstugend: Hoffnung

 

Damit die Unruhe und die tiefe Wehmut, die das Streben der heiligen, sehnsüchtigen Liebe in unsern Herzen weckt, uns nicht Kraft und Mut nehme und uns nicht zur Verzweiflung bringe, so gibt uns dasselbe höchste Gut, das uns anregt, so glühend nach ihm zu verlangen, durch die unzähligen Verheißungen in seiner Offenbarung und durch seine inneren Einsprechungen die Versicherung, dass wir es sehr leicht erreichen können, wenn wir nur die Mittel gebrauchen wollen, die es uns hierzu vorbereitet hat und nun anbietet.

 

Matthias hatte sich schon früh dem Heiland als Jünger angeschlossen. Als Judas durch seinen Verrat sein Apostelamt verloren hatte, wurde er nach der Himmelfahrt Christi durch den im Los geoffenbarten Willen Gottes zum Apostel erwählt. Von seiner Aposteltätigkeit ist uns nichts genaues berichtet. Er soll zuerst in Judäa, alsdann im nördlichen Vorder-Asien, und auch in Äthiopien das Evangelium gepredigt haben. Jedenfalls krönte er sein apostolisches Werk mit dem Martertod. Er soll von den Juden gesteinigt und dann von einem römischen Soldaten enthauptet worden sein, weshalb er mit einem Beil abgebildet wird.

Matthias wurde nicht wankend in der Hoffnung. Sie soll auch der Anker unseres Lebensschiffleins sein!

 

 

 

Andacht im Februar: Mariä Lichtmess

 

Vierzig Tage nach der Geburt des göttlichen Kindes brachten es Maria und Josef nach Jerusalem, um es dem Herrn darzustellen und um das Gesetz der Reinigung zu erfüllen. Es war ein Opfergang. Jesus bringt sich seinem Vater als Opferlamm des Neuen Bundes dar und Maria und Josef geben ihn hin. Simeon, der gottesfürchtige Greis, begrüßt das Jesuskind als das Heil Gottes und das Licht zur Erleuchtung der Heiden, spricht aber auch davon, wie er zum Fall und zur Auferstehung vieler in Israel bestimmt sei und wie Marias Seele ein Schwert durchdringen werde. Schließen wir uns dem Opfergang der heiligen Familie an; auch unser Leben muss ja ein Opfer sein für Gott, wie es die Kerzen bei Mariä Lichtmess versinnbilden.

Die Weissagung Simeons ist schon eine Wolke, die das Nahen der Fastenzeit ankündigt. Bald zieht das Vorspiel und der Eingang zum 40tägigen Gedächtnis des leidenden und sterbenden Heilandes, die vormalige Vorfastenzeit, herauf.

 

 

Stoßgebetlein:

 

Guter Jesus, sei mir nicht Richter, sondern Erlöser.

 

Erlöser der Welt, erbarme dich unser.

 

Herz Jesu, auf dich vertraue ich!

 

Jungfrau Maria, Mutter Gottes, bitte bei Jesus für mich.

 

O Maria, unsere Hoffnung, habe Erbarmen mit uns!

 

Mutter der Liebe, Mutter der Schmerzen und der Barmherzigkeit, bitte für uns!

 

 

Bauernregeln

 

Lichtmess hell und klar,

gibt ein gutes Roggenjahr.

 

Wenn es an Petri Stuhlfeier kalt ist,

soll die Kälte noch 14 Tage währen.

 

Sankt Matthias kalt,

die Kälte lang anhalt.

 

Sankt Dorothee

gibt den meisten Schnee.

 

Ein nasser Februar

bringt ein fruchtbar Jahr.

 

Scheint an Lichtmess die Sonne heiß,

so kommt noch viel Schnee und Eis.

 

Lichtmess trüb,

ist dem Bauern lieb.

 

Mattheis bricht Eis,

hat er keins,

so macht er eins.

 

Zu Lichtmess hat der Bauer lieber den Wolf im Stall,

als die Sonne.

 

Wenns im Hornung nicht recht wintert,

so kommt die Kälte zu Ostern.

 

Lichtmess dunkel,

wird der Bauer ein Junker.

 

Im Februar muss die Lerch auf die Heid,

mags sein lieb oder leid.

 

Wenn die Katze im Februar in der Sonne liegt,

muss sie im Mai wieder hinter den Ofen.

 

Wenns der Hornung gnädig macht,

bringt der Lenz den Frost bei Nacht.

 

Wenn im Hornung die Schnaken geigen,

müssen sie im Märzen schweigen.

 

Gefrierts in der Petersnacht nicht,

so gefrierts nicht mehr.

 

Alle andern Monat im Jahr

verwünschen einen schönen Februar.

 

An Romanus hell und klar,

bedeutet gutes Jahr.