Dezember

 

Dezember ist ein Knecht der Nacht,

Und doch sein Auge lichthell lacht,

Denkt an den Anfang, nicht ans End,

Wenn lockend läutet der Advent.

Und drückt ihn lastend mancherlei,

So ist das Christkind doch dabei,

Christkind der Tröster, wenn er friert,

Christkind den kalten Ofen schürt,

Christkind, im Wachen und im Traum

Den Kindern strahlt sein goldner Baum.

Christkind lässt Engel niederschweben,

Es ist in toter Zeit das Leben.

 

 

Das Gesicht des Monats Dezember

 

Welcher ist der schönste Monat? Alle Kinder werden sagen: der Dezember. Denn er wird durchstrahlt von dem Glanz, der vom Weihnachtsbaum ausgeht. Schlittenfahren, Schlittschuhlaufen, Skifahren und Schneeballschlachten sind eine willkommene Zugabe. Wir freuen uns, wenn an Weihnachten die Fluren und Wälder in ein fleckenloses Weiß getaucht sind, aber das Eigentliche des Dezembers ist doch das Kommen des Herrn. Diese Freude beginnt schon im Advent: Der Adventskranz hängt an der Decke, am ersten Sonntag wird eine Kerze angezündet, und dazu singen wir die schönen alten Lieder; die Mutter liest eine stille Geschichte, und wir üben ein neues Weihnachtslied. Die Jungen sitzen am Tisch und sägen und leimen und basteln an ihrer Krippe, und die Mädchen stricken geheimnisvolle Geschenke. Der Advent ist so recht die Zeit der Familie, wo echte Familienkultur sich entwickeln und wo an den langen Winterabenden die Familie länger zusammensitzen kann zum Vorlesen, Singen und Erzählen. Nützen wir diese Zeit aus, die Familie, die in unserer Zeit so gefährdet ist, wieder zusammenzuführen und innerlich zu festigen.

Und dann Weihnachten: der Gang zur Mette in der schweigenden Nacht, das Lied und die Lesung des Evangeliums unter dem Lichterbaum, die frohe Bescherung zur Erinnerung daran, dass Gott uns das Schönste beschert hat: Seinen Sohn. Lassen wir Weihnachten nicht nur ein Fest der Kinder und der Geschenke sein, sondern lassen wir uns finden von Ihm, der gekommen ist, uns zu erlösen!

 

Wär Christus tausendmal geboren

Und nicht in dir,

Du bliebst doch tausendmal verloren!

                                                Angelus Silesius

 

 

Geht St. Barbara im Grünen,

kommt's Christkind im Schnee.

 

Barbara - 4. Dezember

 

O dunkle Nacht! Wie wär´ das Licht jetzt fern,

Wenn uns nicht leuchtete der Weihnacht Stern!

Ja, gingen wir nicht durch das ganze Jahr

Dem Stern entgegen, sehnend immerdar?

Er strahlt am Tannenbaum aus Kerzenschein,

Er ladet uns zur lichten Christnacht ein;

So führt er einst nach letztem Jahreslauf

Uns in den ewigen Weihnachtsglanz hinauf.

 

Monatstugend: Gebet und Vereinigung mit Gott

 

"Erhebe also oft dein Herz zu Gott, o Philothea, in kurzen, aber glühenden Anmutungen bewundere seine Schönheit; rufe seine Hilfe an; wirf dich zu Füßen des Gekreuzigten im Geist nieder; bete seine Güte an; befrage ihn oft über dein Seelenheil; schenke ihm öfters während des Tages dein Herz; hefte dein inneres Auge auf seine Anmut; reiche ihm die Hand, wie ein kleines Kind seinem Vater, damit er dich führe; lege ihn auf dein Herz, wie einen schönen Strauß; pflanze ihn, wie eine Fahne in deine Seele; schenke ihm auf tausendfache Weise dein Herz; um seine Liebe zu erlangen und um die glühender und zärtlicher Liebe diesen göttlichen Bräutigam wieder zu lieben."

 

Thomas, griechisch Didymus (Zwilling) genannt, hatte ein treues Herz und einen nach Wahrheit dürstenden Geist. Einmal, als sich Jesus zur Erweckung des Lazarus nach Judäa begeben wollte, sprach er vom Sterben mit Jesus. Und bei den Worten des Heilandes beim letzten Abendmahl über den Weg des Lebens erkundigte er sich besonders über diesen. Nach der Auferstehung des Heilandes war er zuerst ungläubig, sank aber dann mit den Worten: "Mein Herr und mein Gott!" vor dem Auferstandenen nieder, als er aufs neue erschien. Er arbeitete als Apostel bei den Parthern und Indern, wo er den Martertod durch Lanzenstiche fand.

Thomas lehrt uns das rechte Gebet und den Weg zur Vereinigung mit Gott.

 

 

 

Andacht im Dezember: die hl. Adventszeit / die Unbefleckte Empfängnis Marias / das Weihnachtsfest

 

Adam und Eva hatten durch ihre Sünde ihr Glück und das ihrer Kinder, aller Menschen, verscherzt. Alle Tränen können es nicht wiederbringen. Der Himmel hatte sich verdüstert, die Blitze des göttlichen Zornes zuckten, und die höllische Schlange hielt die Menschheit umschlungen.

Der Hoffnungsstern war Maria, die unbefleckt Empfangene; zwischen ihr und der Schlange hatte Gott Feindschaft gesetzt und sie zertritt ihr den Kopf. Sie durfte nie unter der Herrschaft des Bösen stehen.

In den Adventsliedern tönt die Sehnsucht der Altväter wider nach dem Erscheinen des Retters und Heilandes. Jesaja, der Prophet, verkündigt als große Freudenbotschaft: "Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären."

Die Zeit erfüllte sich. Als die Nacht, die in der Welt herrschte, am dunkelsten war, da kam das allmächtige Wort, der eingeborene Sohn Gottes und wurde von der Jungfrau im Stall zu Betlehem geboren. Maria und Josef beteten es an, Hirtenschalmeien ertönten und oben in den Lüften sangen himmlische Scharen: "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willens sind!" Weihnacht - seligste, gnadenreichste, hellste Nacht im Erdendunkel! Gehen wir zum Kindlein und schließen wir es in unsere Arme und in unser Herz!

 

 

Stoßgebetlein:

 

Maria mit dem Kindlein lieb,

uns allen deinen Segen gib!

 

Mein Gott und mein alles!

 

Bleibe bei mir, Herr, sei meine wahre Freude!

 

Jesus, dir lebe ich, Jesus, dir sterbe ich, Jesus, dein bin ich im Leben und im Tod!

 

Gepriesen sei die heilige und unbefleckte Empfängnis der seligsten Jungfrau

und Gottesmutter Maria!

 

Jesus, Maria, Josef! Segnet uns jetzt und im Todeskampf.

 

 

Bauernregeln

 

Ist der Johannistag dunkel,

so folgt ein gutes Jahr.

 

Trockener Dezember,

trockener Frühling und Sommer.

 

Wenn es grün ist auf Weihnachten,

wir die Ostern weiß betrachten.

 

Weihnachten nass,

gibt leere Speicher und Fass.

 

Wie die Witterung am Christtag,

so soll sie im Januar sein.

 

Sivester Wind, früh Sonnenschein,

bringt selten guten Wein.

 

Wenn die Milchstraße im Dezember schön, weiß und hell erscheint,

so wird das folgende ein gutes, fruchtbares Jahr.

 

Wenn die Zeit von Weihnachten bis Heilige Drei Könige neblich und dunkel ist,

sollen das Jahr darauf Krankheiten erfolgen.

 

Im Dezember trocken und eingefroren, macht,

dass der Weinstock mehr Kälte ertragen kann, als ein Fichtenbaum.

 

Frost im Dezember, der bald wieder aufbricht,

deutet auf einen mäßigen Winter.

 

Sankt Luzen (Luzia)

macht den Tag stutzen.

 

Weihnachten im Klee,

Ostern im Schnee.

 

So hoch im Winter der Schnee auf den Wiesen liegt,

so hoch soll im Heuet das Gras stehen.

 

Siehst du fremde Wandervögel,

so wirds kalt nach alter Regel.

 

Kalte Winter ohne viel Schnee,

lassen für den Sommer viele Donnerwetter,

aber nicht vielen Hagel erwarten.

 

Wenns nicht vorwintert,

so winterts nach.

 

Gelindes Wetter um Weihnachten ist ein Vorbote,

dass die Kälte lang hinaus währen wird.