August

 

August, der scheint ein welscher Mann,

Doch zeigt sein Durst den Deutschen an,

Schweißüberronnen, braungebrannt,

Schafft seine harte Schnitterhand.

Indes er sich zur Scholle bückt,

Maria zum Himmel wird entrückt;

Er schaut ihr nach und träumt empor

Zum lichten Feierabendtor.

Geschundne Flur klagt schmerzlich weh

Wie am Altar St. Barthlomä.

Wenn unten sind die Felder leer,

Dann prangt der Sternengarten wunderschwer,

Und in der Scheune wiegt geborgen

Der Bauer die Kinder seiner Sorgen.

 

 

Das Gesicht des Monats August

 

Prall liegt die Sommersonne über den Feldern, auf denen vereinzelt noch die Garben stehen. Helle weiße Wolken segeln über das Blau des Himmels, aber am Himmelsrand stehen drohend steile Gewitterwolkentürme. Uns lockt der Sommer in den Wald, an den Badestrand, in die Berge. Nicht alle können weite Reisen im Urlaub unternehmen, aber alle wollen wir uns in ein paar stillen Tagen Kraft holen für lange schwere Arbeitsmonate.

Wir suchen die Stille, nicht den Lärm. Erholung gibt es nur durch Stille. In dieser Ruhepause haben wir auch einmal Zeit, ein wertvolles Buch zu lesen und uns beschaulich in die Geheimnisse unseres Glaubens zu vertiefen.

Das Fest der Verklärung lenkt unseren Blick hinauf zu Christus, der damals auf dem Berg seine Jünger einen Schimmer seiner Gottheit ahnen ließ und jetzt verklärt zur Rechten seines Vaters thront. An Mariä Himmelfahrt schauen wir sehnsüchtig der Gottesmutter nach, die jetzt bei ihrem Sohn weilen darf. Dort oben sind auch die Heiligen im Strahlenglanz: der Apostel Bartholomäus und der Diakon Laurentius, die ihre Christustreue mit dem Martertod besiegelten, der Ordensstifter Dominikus und der geistesgewaltige Augustinus, der schlichte Landpfarrer Johannes Vianney und der König Ludwig von Frankreich, die adelige Dame Johanna Franziska von Chantal, die demütige Schwester Klara von Assisi und Rosa von Lima, die südamerikanische Mystikerin.

 

 

Sankt Lorenz kommt in dunkler Nacht

ganz sicher mit Sternschnuppenpracht.

 

Laurentius von Rom - 10. August

 

Wer in der Erntezeit nicht früh aufsteht,

Mag sehn, wie arm es ihm im Winter geht.

Am rechten Tage recht bereit zu sein,

Das führt der Ernte reiche Garben ein.

Gar manchem ist des Lebens Frucht gereift,

Doch er versäumt, daß er zur Sense greift,

Er scheut den Fleiß und muß dann klagen

Ein Leben lang ob erntelosen Tagen.

 

 

Monatstugend: Keuschheit und Kampf gegen die Sinnlichkeit

 

Die Keuschheit ist die Lilie der Tugenden; denn sie macht Menschen den Engeln ähnlich. Nichts ist schön, was nicht rein ist, und die Reinheit der Menschen ist ihre Keuschheit. Man nennt die Keuschheit Ehrbarkeit und ihre Übung Ehre; sie heißt auch Unversehrtheit und ihr Gegenteil Verderbnis. Kurz, sie hat die ihr ganz eigene Ehre, die schöne und weiße Tugend der Seele und des Körpers zu sein. Halte dich immer an Jesus Christus, den Gekreuzigten, geistigerweise durch die Betrachtung, in inniger, wirklicher Verbindung durch die hl. Kommunion. Er ist das keusche, unbefleckte Lamm, wenn dein Herz an ihm ruht, so wird es rein und von aller Sinnlichkeit befreit sein.

 

Bartholomäus ist jener Nathanael, der vom Heiland "ein echter Israelit ohne Falsch und Arg" genannt wurde. Als erster von allen erkannte und bekannte er Jesus als Sohn Gottes und König von Israel, und Jesus verhieß ihm noch größere Erkenntnisse. Er soll als Apostel in Indien, Phrygien und Großarmenien gewirkt haben. Im letzteren Land erlitt er auf die grausamste Weise den Martertod, indem man ihm bei lebendigen Leib die Haut abzog.

Bitten wir den heiligen Bartholomäus um die Reinheit des Herzens, die Gott schauen lässt, und kämpfen wir, um unsere Sinne zu bewahren, gegen die Sinnlichkeit!

 

 

 

Andacht im August: Verehrung des Unbefleckten Herzens Mariä / Mariä Himmelfahrt

 

Wie die Andacht zum hlst. Herzen Jesu unser Verhältnis zum göttlichen Heiland vertiefte und inniger gestaltete, so wird durch die Verehrung des Unbefleckten Herzens Mariä unsere Liebe zur allerseligsten Jungfrau, unserer himmlischen Mutter, eine lebendigere und herzlichere. Das Herz Mariä war das auserwählte Gefäß des Heiligen Geistes, in das er, der die Person der Liebe in der Gottheit ist, die ganze Fülle der Liebe ausgießen konnte. Und die Liebe dieses allerreinsten Herzens brachte den Menschen den Heiland der Welt, das Herz Jesu, das der Feuerherd der Liebe ist, an dem die Liebe der Menschenherzen zu ihrem Gott und Herrn sich entzünden muss. Deshalb ist Maria die Mutter der göttlichen Liebe. Ihr Herz kostete auch mit dem Herzen ihres göttlichen Sohnes alle Freuden und Schmerzen der Liebe. Unter dem Kreuz wurde es von dem Schwert der Schmerzen durchbohrt. Und dort begann die mütterliche Liebe, mit der Maria Jesus liebte, sich auf uns alle auszudehnen; denn da gab der sterbende Heiland uns Maria zur Mutter. Lieben wir daher Maria mit kindlicher Liebe und schenken wir ihr unser Herz, damit sie es für Gott und den Heiland bewahre. Gestalten wir unser Herz nach dem Vorbild ihres Herzens in Reinheit und Liebe Gottes. Das Fest Mariä Himmelfahrt zeigt uns die Belohnung und Krönung dieser Tugenden.

 

 

Stoßgebetlein:

 

Unsere Liebe Frau vom heiligsten Herzen, bitte für uns!

 

O liebreiche, schmerzhafte und barmherzige Mutter, bitte für uns!

 

Ehre und Ruhm sei den heiligsten Herzen Jesu und Mariä!

 

O Maria, gib, dass deine Kinder in der Liebe zu dir verharren!

 

Wer im August das unbefleckte Herz Mariä durch eine tägliche beliebige Andachtsübung verehrt, gewinnt jeden Tag einen Teilablass und einmal einen vollkommenen Ablass unter den gewöhnlichen Bedingungen.

 

 

Bauernregeln

 

Wittert es viel im Monat August,

du nassen Winter erwarten musst.

 

Wenns im August stark tauen tut,

bleibt auch gewöhnlich das Wetter gut.

 

Wenns am Laurentustage regnet, so gibt es schlechtes Schaf- und Bienenfutter,

d.h. es folgt schönes Wetter, und die Spinnen überziehen die Stoppeln und das Heidekraut.

 

Wenn es an Bartholomäi regnet, wird der Herbst trocken,

und die Kartoffeln geraten gut.

 

Wie das Wetter an Bartholomä,

so bleibt es den ganzen Herbst.

 

Ein kühler August nach einem heißen Juli verkündet einen harten,

ein trockener August einen schneereichen Winter.

 

Ists in den ersten Augustwochen heiß,

so bleibt der Winter lang weiß.

 

Wenn recht viele Goldkäfer laufen,

braucht der Wirt den Wein nicht zu taufen.

 

Wenns im August ohne Regen abgeht,

das Pferd mager vor der Krippe steht.

 

Ists im August und Anfang September schön und warm,

so ists dem Wein zuträglich.

 

Ist Laurentius ohne Feuer,

gibts ein kaltes Weinchen heuer.

 

Wenn man zum Lorenztag eine reife Traube findet,

so ist viel Hoffnung auf guten Wein.

 

Die Witterung an Laurenzi und Mariä Himmelfahrt

hält gewiss einige Tage an.

 

Mariä Himmelfahrt klarer Sonnenschein:

bringt viel und guten Wein.

 

Um den Ludwigstag pflegt warmes Sommerwetter gern in Regen umzuschlagen,

der an acht Tage dauert.

 

Barthel und Lorenz schön,

ist ein guter Herbst vorauszusehn.