April

 

Was Mai und Juni schlingt zum Strauß,

Das denkt April in Knospen aus.

Er legt in Laden still bereit

Des Frühlings buntes Wunderkleid.

Ein Künstlerkopf, doch launisch sehr,

Bald singt, bald seufzt er tränenschwer.

Der Jugend reicht er am Altar

Die erste Heilandsblüte dar,

St. Jörgens Schimmel er bestellt,

Dass er behütet Wies und Feld.

St. Markus mit der Fahne zieht

Und segnet Saat und Knosp und Blüt.

Mit eins steht er in Lichtgewanden

Und jauchzt: Der Herr ist auferstanden!

 

 

Das Gesicht des Monats April

 

April – Monat der Auferstehung. Das Feld und der Wald, lange Monate im Winterschlaf gefangen, wachen nun auf. Sturm und kalte Schauer wollen zwar den Frühling noch nicht zur Herrschaft kommen lassen, aber immer leuchtender und strahlender schmücken sich die Bäume und Hecken mit hellen Blütenlichtern. Das Leben siegt.

Doch all dies ist nur ein Sinnbild und Gleichnis für den Sieg des größeren Lebens über den Tod. Gott ist der Gott des Lebens. Darum kann Ihn das Grab nicht gefangen halten. Nach der Trauer der Karwoche leuchtet der seligste der Tage, Ostern, das Fest der Auferstehung. Auch uns gibt Er Leben von Seinem Leben. Osterzeit bedeutet im Leben des Christen das jubelnde Wissen, dass auch in uns ewiges Leben grundgelegt ist, dass nicht Sünde und Leid und Tod das Letzte sind, sondern der Jubel des ewigen Lebens, das von keinem Tod mehr geraubt werden kann.

Die Heiligenfeste treten in diesem Monat zurück. Nur am Ende ziehen am Markustag die Prozessionen über die Fluren. Fidelis von Sigmaringen und Petrus Canisius sind zwei deutsche Heilige der Reformationszeit, ein Märtyrer und ein Kirchenlehrer.

 

 

Wenn vor Georgi Regen fällt

wird man hernach damit gequält.

 

Georg von Nikomedia - 23. März

 

Undücht April, nur los, nur ausgetobt!

Den ungebärdigen der Bauer lobt.

Stürm nur mit Regen, nähre Laub und Gras,

Mit deinem Naß füllst Scheuer du und Faß.

Zu Ende geht die Zeit der Passion,

Palmsonntag leuchtet mit Narzissen schon,

Dann läutet Ostern über allen Landen,

Und Osterfeuer glühn: Christ ist erstanden!

 

 

Monatstugend: Nächstenliebe

 

So oft wir den Nächsten, das Ebenbild und Gleichnis Gottes sehen, sollten wir zueinander sprechen: "Sieh, wie dieses Geschöpf seinem Schöpfer ähnlich ist!" Aber dabei sollten wir es noch nicht bewenden lassen, sondern ihm auch vielfache Beweise unserer Zärtlichkeit und Liebe geben und ihm tausend Segnungen wünschen.

Warum aber das? . . . Aus Liebe zu Gott, der es nach seinem Ebenbild und Gleichnis erschaffen und folglich fähig gemacht hat, an seiner Güte, Gnade und Glorie teilzunehmen.

 

Philippus hörte vom Heiland wenige Tage nach seiner Taufe im Jordan das gnadenreiche Wort: "Folge mir nach!" Unverzüglich kam er der Einladung nach und wirkte nach der Herabkunft des Heiligen Geistes ein langes Menschenleben hindurch für das Heil der Seelen als Apostel. Er soll zu Hierapolis gemartert worden sein, nachdem er einen Drachen beschworen hatte.

Jakobus der Jüngere war der erste Bischof von Jerusalem und war voll Liebe für die Juden tätig. Sie überlieferten ihn aber nach fast 30jähriger Wirksamkeit dem Tod, indem sie ihn von der Zinne des Tempels stürzten.

 

 

 

Andacht im April: in der fröhlichen Osterzeit

 

In der Frühe des dritten Tages, nachdem der Heiland gestorben war, kamen fromme Frauen zum Grab, um den Leichnam Jesu zu salben. Der Engel des Herrn sprach zu ihnen: "Was sucht ihr den Lebenden unter den Toten? - Er ist nicht hier, er ist auferstanden!" Halleluja! Siegreich, in ewiger und unvergänglicher Herrlichkeit ging unser Erlöser aus dem Grabesdunkel hervor. Er spendete seinen Aposteln den Osterfrieden und die Osterfreude. Auch unser bedrücktes Herz will er wieder aufrichten und uns trösten. Die Kirche singt: "Das ist der Tag, den der Herr gemacht hat, lasset uns frohlocken und fröhlich sein an ihm!" So wollen wir uns denn der geistlichen Freude überlassen und wollen durch kein Leid und keine Heimsuchung uns den frohen Osterglauben trüben lassen! Christus siegte und erstand von den Toten, auch wir werden siegen und einst auferstehen.

 

 

Stoßgebetlein

 

Siehe das Kreuz des Herrn,

Fliehet, ihr feindlichen Mächte,

Gesiegt hat der Löwe aus Juda,

Die Wurzel Davids, Halleluja!

 

Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!

 

Mein Herr und mein Gott!

 

 

Bauernregeln

 

Wenn der April Spektakel macht,

gibts Heu und Korn in voller Pracht.

 

Je früher im April der Schlehdorn blüht,

desto früher der Schnitter zur Ernte zieht.

 

Ein nasser April bringt einen trockenen Juni,

ein trockener April aber einen nassen Juni und nassen Sommer.

 

Eine gute Kirschenblüte

verheißt auch eine gute Wein- und Kornblüte.

April frisst der Lämmer viel.

 

Trockener April

ist nicht des Bauern Will;

Aprilen-Regen

kommt ihm gelegen.

 

Vor Georgi trocken,

nach Georgi nass.

 

Ist auf Markus die dritte Buche grün,

so gibts ein gutes Jahr.

 

Aprilenflöcklein

bringen Maiglöcklein.

 

Aprilenschnee düngt,

Märzenschnee frisst.

 

Welche Richtung im Gebirg die ersten Regenwolken nehmen,

von dort pflegts jedesmal im Sommer zu regnen.

 

Donnerts im April,

hat der Reif sein Ziel.

 

Nasser März,

des Bauern Schmerz,

trockener April,

ist nicht des Bauern Will,

aber an warmem Regen

ist ihm gelegen.

 

Ist der April schön und rein

wird der Mai dann wilder sein.

 

Vollmond mit Wind

ist zu Regen oder Schnee gesinnt.

 

Am Gründonnerstag ist gut Erbsen säen.

 

Wenn Georgi schön und warm ist,

so folgt rauhes Wetter;

wenn vor ihm Regen gemangelt,

so kommt nach ihm desto mehr.

 

Staubregen will guter Bote sein,

schon trocken Wetter tritt dann ein.

 

Wenn die Dornhecken ausschlagen,

geht die Kälte fort.

 

Heller Vollmond im April,

zieht die Baumblüte zusammen,

dass sie erstickt.

 

Gras, was im April wächst,

steht im Mai fest.