Der heilige Zacharias, Papst und Bekenner von Rom, + 15.3.752 - Fest: 15. März

 

Zacharias, ein Grieche von Geburt, folgte Papst Gregor III. im Jahr 741 auf dem Stuhl des Apostelfürsten nach. Die Güte und Sanftmut seines Herzens waren höchst bewunderungswürdig. Er rächte sich an seinen Feinden nur durch Wohltaten, und benutzte alle Gelegenheit, um jenen seine Huld zu erweisen, die ihn vor seiner Erhöhung verfolgt hatten. Man sah ihn selbst sein Leben der Gefahr aussetzen während den Verwirrungen, die der Aufruhr der Herzoge von Spoleto und Benevento gegen Luitprand, den König der Langobarden, erregt hatte.

 

Luitprant, der die hohe Heiligkeit des Papstes Zacharias kannte, hatte ihm gegenüber eine besondere Hochachtung. Auf seine Bitte ließ er die während des Krieges gemachten Gefangenen ohne Lösegeld frei, und gab der Kirche von Rom alle Plätze wieder, die ihr in den Bezirken von Narni, Osimo, Numana, Ancona, und Valle-Grande angehört hatten. Da der Heilige einst zu Terni in Gegenwart der Langobarden die heiligen Geheimnisse feierte, erbaute er dieses Volk durch seine außerordentliche Andacht, und flößte ihnen die tiefste Ehrfurcht für das Göttliche und dessen Diener ein. Einige Zeit danach machte er eine Reise nach Pavia, wo König Luitprand sich aufhielt. Seine Absicht war diesen Fürsten zum Frieden und zur Rückgabe mehrerer Plätze für das Exarchat von Ravenna zu bewegen. Der Langobardenkönig verweigerte anfangs das Begehrte, allein zuletzt ergab er sich auf die wiederholten Bitten des heiligen Oberhirten.

 

Zacharias gab bei mehreren Gelegenheiten glänzende Beweise von seinem Eifer und seiner Klugheit. Er traf weise Anordnungen zur Abstellung der Missbräuche, zur Aufrechthaltung der Kirchenzucht, und zur Ausrottung der Zwietracht, die den Frieden mehrerer Kirchen störte.

 

Der heilige Bonifatius, der Apostel von Deutschland, schrieb ihm mehrere Briefe, um sich bei ihm über verschiedene Schwierigkeiten Rat zu holen. In einem dieser Briefe meldet er ihm, dass ein gewisser Priester, Virgilius mit Namen, dahin arbeite, Uneinigkeit zwischen ihm und Odilo, dem Herzog von Bayern, zu stiften, und dass er nebst diesem noch mehrere Irrtümer lehre, wovon die hauptsächlichsten waren, dass es noch eine andere Welt und andere Menschen unter der Erde gebe, oder eine andere Sonne und einen anderen Mond. (Die Meinung derjenigen, von denen es sich hier handelt, war, dass es unter der Erde Menschen gebe, die nicht von Adam abstammten, und nicht durch das Blut Jesu Christi erlöst worden seien. Diese Meinung konnte als irrig verdammt werden, weil sie der Schrift widerspricht.) Zacharias antwortete, man solle ihn absetzen, wenn er darauf beharre, solche Irrtümer zu lehren. Er hatte gewisse Ketzer im Auge, die das Dasein einer Menschengattung behaupteten, die nicht von Adam abstammen, und nicht durch Jesus den Sohn Gottes erlöst worden sind. Übrigens fällte er bei dieser Gelegenheit kein Urteil, weil er dem Virgilius befahl nach Rom zu kommen, damit da seine Lehre geprüft würde. Es hat allen Anschein, dass Virgilius sich rechtfertigte, weil er kurze Zeit danach zum Bischof von Salzburg erwählt wurde.

 

Der heilige Papst bewies eine besonders zärtliche Sorgfalt gegenüber den Unglücklichen. Da er erfahren hatte, dass venezianische Kaufleute Sklaven in Rom gekauft hatten, um sie an afrikanische Mauren wieder zu verkaufen, verwies er ihnen zuerst einen für die Menschheit und Religion so schimpflichen Handel, und erlegte dann die verlangte Summe, um diese Sklaven in Freiheit zu setzen. Die Stadt Rom zierte er mit mehreren prachtvollen Kirchen, machte viele Stiftungen für die Armen und Pilger, und bestimmte ein sehr beträchtliches jährliches Einkommen zum Unterhalt der Lampen in der Kirche zum heiligen Petrus. Er starb am 15. März 752, und wird auf diesen Tag im römischen Martyrologium genannt.