Der heilige Valerius, Apostelschüler und 2. Bischof von Trier, + 1. Jhd. – Fest: 29. Januar

 

Der heilige Valerius, ein Schüler des Apostels Petrus, ging mit anderen frommen Männern als Glaubensprediger nach Frankreich, und als er nach Trier kam und auf öffentlichem Platz Jesus den Gekreuzigten verkündete, hoben die Heiden Steine auf, um ihn zu töten. Aber sie konnten ihre Hände nicht bewegen, bis der Heilige sie segnete. Durch dieses Wunder bekehrten sich viele und Valerius blieb in Trier bis zum Tod des dortigen Bischofs Eucharius, zu dessen Nachfolger er gewählt wurde. Fünfzehn Jahre lang stand er dieser Würde vor und bekehrte so viele Heiden zum Glauben an den wahren Gott, dass seine Gemeinde die zahlreichste unter allen von Frankreich und Deutschland war. Unermüdet wachte er mit apostolischem Eifer für das Seelenheil seiner Christen und jede Stunde, die ihm von seinen Geschäften frei blieb, weihte er der Betrachtung und dem Gebet. Seine Predigten waren ein Strom, der alle Herzen dahinriss und dem die verhärtetsten Sünder nicht zu widerstehen vermochten und sein Leben war so tadellos, dass seine Todfeinde an ihm nichts auszusetzen fanden.

 

Der heilige Oberhirt war schon im Greisenalter und in segensvoller Blüte stand die Kirche in Trier, als ihm einst im Schlaf der heilige Eucharius erschien und ihn so anredete: „Mein lieber Bruder! Es naht sich die Zeit deiner Auflösung und deiner wartet der Lohn der Gerechtigkeit. In fünf Tagen wirst du um diese Stunde im Herrn entschlafen. Weihe deswegen deinen Gehilfen im heiligen Amt, den Maternus, zu deinem Nachfolger und eröffne ihm meine Erscheinung.“ Nach diesen Worten verschwand er. Sogleich am anderen Tag verkündigte der heilige Valerius den Brüdern mit vor Freude glänzenden Augen seine Sterbestunde und erteilte mit der größten Feierlichkeit dem Maternus die bischöfliche Weihe, wobei er ihn mit Tränen beschwor, keine der ihm anvertrauten Seelen durch Nachlässigkeit verderben zu lassen. Die übrige Zeit verharrte er unter strengem Fasten im Gebet und am fünften Tag hielt er die letzte Rede an die versammelten Christen, in welcher er in hoher Begeisterung von dem unaussprechlichen Lohn sprach, welcher die Tugend im ewigen Vaterland krönt. Dann feierte er das allerheiligste Opfer und am Ende desselben gab er in den Armen seiner Jünger den Geist auf am 29. Januar um das Ende des 1. Jahrhunderts. Sein Leichnam wurde im Grab des heiligen Eucharius beigesetzt.