Der heilige Valentin, Bischof und Bekenner von Passau, + 29.10.474 - Fest: 7. Januar

 

Wer die Eltern des heiligen Valentin waren und aus welchem Land er gekommen ist, weiß man nicht. Umso gewisser ist seine Wiedergeburt aus dem Heiligen Geist, wodurch wir Kinder eines himmlischen Vaterlandes werden. Dies beweist seine Liebe, die ihn um das Jahr 440 nach Passau trieb, um dort die Erbarmungen Gottes zu verkünden. Aber niemand wollte von Jesus, dem Gekreuzigten, hören und von der trostvollen Botschaft der unverdienten Vergebung der Sünden und dem Geschenk des ewigen Lebens.

 

Da ging Valentin nach Rom, um vom Papst Leo die apostolische Sendung zu erhalten, in der Hoffnung, dann mit mehr Segen zu predigen. Er tat es nach seiner Rückkehr nach Passau mit doppeltem Eifer, aber noch immer fruchtlos an einem rohen Volk ohne Bildung, das in die schändlichsten Laster versunken war.

 

Eingedenk der Worte Jesu: „Wenn euch jemand nicht aufnehmen und eure Reden nicht hören wird, so geht aus der Stadt heraus“ (Mt 10,14), beschloss er nun, das Feuer der göttlichen Liebe, das anzuzünden Jesus gekommen war, in anderen Gegenden zu entzünden. Er kam zum Erstaunen Papst Leos wieder nach Rom. Dieser ermahnte ihn aber mit dem Apostel: „Predige das Wort und höre damit nicht auf, sei es gelegen oder ungelegen, weise zurecht und bestrafe, ermahne nur mit aller Geduld und Belehrung!“ (2. Tim 4,2) Hierauf legte er ihm die Hände auf und weihte ihn zum Bischof, und gestattete ihm nur dann zu einem anderen Volk zu gehen, wenn auch der dritte Versuch fruchtlos sein sollte.

 

Mit der neuen Würde bekleidet und gestärkt durch die oberhirtliche Ermahnung und die erhaltene Gnade, ging nun Valentin mit neuem Eifer nach Passau. Er predigte und ermahnte mit aller Geduld und Langmut. Aber jetzt wollten ihn die Einwohner, teils Heiden, teils arianische Christen, immer weniger hören, misshandelten ihn am Ende und nötigten ihn, diese Stadt ganz zu verlassen.

 

Weinend, wie einst Jesus über das unbußfertige Jerusalem, das er so oft sammeln wollte, sah er zum letzten Mal auf die Mauern von Passau zurück, und verließ sie auf immer. Er zog nun in den Gegenden Rätiens umher, wo er überall seinen Jesus predigte. Schließlich begab er sich in das heutige Südtirol, wo er in der Gegend von Meran ein empfängliches Erdreich fand. Hier sammelte er bald eine zahlreiche Gemeinde zum Preis des Herrn und zu seinem Trost, und starb um das Jahr 474.

 

Seine Leiche wurde im Schloss Majes begraben. In der Folge wurden seine Gebeine durch Corbinian nach Passau gebracht, und von den dankbaren Einwohnern mit allen Ehrenbezeigungen empfangen, wo der früher von ihm ausgestreute Same nun reichliche Früchte brachte.

 

So prüft Gott noch oft den Glauben der Seelsorger und Eltern. Fahre nur fort, trauriger Vater oder betrübte Mutter, zu belehren und zu ermahnen in aller Geduld und Langmut, im Vertrauen auf den Herrn, wenn es auch immer an manchen Kindern fruchtlos zu sein scheint, wenn du auch hier ihre Besserung nicht mehr erleben solltest. Vielleicht erst spät nach deinem Tod werden deine vergossenen Tränen durch den Segen des Herrn deine Worte befeuchten, dass sie keimen und Frucht bringen.