Der heilige Trojan, Bischof und Bekenner von Saintes, Frankreich, + 6. Jahrhundert - Fest: 30. November

 

Der heilige Trojan wurde um das Jahr 511 auf den bischöflichen Sitz von Saintes, einer Stadt des zweiten Aquitaniens, erhoben. Wir ersehen durch den heiligen Gregor von Tours, dass er durch seine Tugenden und Wunder berühmt war, und dass man schon bei seinen Lebzeiten Andenken von ihm wie kostbare Reliquien aufbewahrte. Seine Einsichten haben ihm ebenfalls einen großen Ruhm erworben. Als Eumerius, Bischof von Nantes, in seinem Bistum ein Kind fand, das sich nicht erinnerte getauft worden zu sein, sondern nur, dass man ihm das Haupt mit einer Leinwand eingehüllt habe, fragte er den Heiligen um Rat, wie er mit diesem Kind verfahren solle. Trojan teilte ihm mit, das leinene Tuch, womit des Kindes Haupt eingehüllt worden war, sei ein zweideutiges Zeichen, und gab folgenden Bescheid: „Es ist verordnet, dass wer sich nicht erinnert getauft zu sein, wenn niemand beweisen kann, dass er es wirklich ist, so bald als möglich die Taufe empfangen solle, es möchte uns sonst Rechenschaft über diese Seele abgefordert werden, wenn sie dieses Sakraments beraubt bliebe.“ Er starb spätestens im Jahr 532, weil Eusebius, sein Nachfolger, dem 2. Konzil von Orleans 533 beiwohnte. Seine Grabstätte erhielt er neben Bibian oder Vivian, einem der ersten Bischöfe von Saintes, an dessen Grab häufig Wunder geschahen. An diesem Tag steht sein Name im römischen, sowie im Adou`schen und Usuard`schen Martyrologium.

 

(Den Gebrauch der Leinwand, womit man das Haupt der Neugetauften einhüllte, führte man ohne Zweifel wegen des Chrisams ein, womit das Haupt gesalbt wurde. Auch bei der Firmung war ein ähnliches Tuch oder eine Kopfbinde üblich. Ein Gelehrter spricht von dem Käppchen, Cappa, Caputium, Capnilla, Mitra, Birrus, womit der gesalbte Oberteil des Hauptes an einem Neugetauften bedeckt wurde, und von dem Tuch Sabanum, worin das Kind lag, oder womit es nach der Taufe abgetrocknet wurde. Das Haupt des Neugetauften blieb an einigen Orten acht Tage, an anderen kürzere Zeit mit diesem Käppchen bedeckt. Später wurde der Chrisam mit Baumwolle abgetrocknet, und der Gebrauch des leinenen Tuches oder Käppchens hörte auf.)